Pfälzer in Florida RHEINPFALZ Plus Artikel Impfen auf amerikanische Art: Auch für Deutsche gratis

Ein Pieks, ein Pflaster: der Pfälzer Werner H. ist froh.
Ein Pieks, ein Pflaster: der Pfälzer Werner H. ist froh.

Wie ein Südpfälzer Rentner-Ehepaar in Florida im Handumdrehen gegen Covid-19 geimpft wurde.

Gerlinde H. (Name geändert) ist noch ganz aus dem Häuschen. Die 63-jährige Südpfälzerin hat am Sonntag ihre erste Dosis Pfizer-Impfstoff gegen Covid-19 verabreicht bekommen. Das klingt nicht ungewöhnlich, ist es aber: Zusammen mit ihrem Mann ist sie nämlich derzeit in Florida. Den Impftermin hat sie erst am Freitag zuvor beantragt. Nur zwei Tage später der erste Piks – „wie unbürokratisch und komplikationslos hier alles läuft“, freut sich Gerlinde H. beim Telefonat mit der RHEINPFALZ.

„Nachdem Freunde von uns daheim mit 75 und 78 noch nicht geimpft sind, trotz Registrierung, denke ich, dass wir vor Juni nicht dran gewesen wären“, meint die 63-Jährige, die mit ihrem 68-jährigen Mann seit 20 Jahren nach Florida kommt. Die beiden haben dort ein eigenes Domizil. Und das ist ihr (Impf-)Glück. Denn eine eigene Adresse in den USA ist so ziemlich das einzige, was die beiden vorweisen mussten, um an das in Deutschland noch unzureichend vorhandene Vakzin zu kommen.

Deutsche Hochburg in Florida

Fort Myers an der Westküste Floridas ist eine deutsche Hochburg. Mehrere zehntausend Bundesbürger haben hier Haus und Grund. Da gibt es eine deutsche Bakery, aber auch Heidis Island Bistro oder das Schnitzelhaus. Zu fragen, ob es Pfizer oder Moderna für Deutsche geben könnte, sei „eine spontane Idee“ gewesen, erzählt Gerlinde H. Sie hätten einfach in einer Apotheke der Kette CVS nachgefragt. Die spontane Auskunft: Ja, man habe mittlerweile eigentlich immer zu viel Impfstoff da.

Am Ende entschied sich das Paar aus der Südpfalz für einen Termin in einer Walgreens-Drogerie. „Nach der Registrierung schaut man nach, wer was spritzt, geht dann auf die Webseite von Walgreens, CVS, Publix oder Walmart und bucht dort online einen freien Termin.“ Altersbeschränkungen? Jeder über 16 Jahren darf. Vor Ort musste dann nur noch ein Fragebogen ausgefüllt werden: eine Seite zu eventuellen Vorerkrankungen und so. Gerlinde H.: „Das war’s. Eine Apothekerin hat den Impfstoff gespritzt.“ Da nach einer Viertelstunde keine Nebenwirkungen feststellbar waren, konnte das Paar auch schon wieder gehen. Der Termin für die zweite Dosis steht: Es ist der 2. Mai.

Und was kostet’s? „Ich hab extra nochmal gefragt, weil ich ja keine Impftouristin bin, aber es war umsonst“, berichtet Gerlinde H. Das Schwierigste war insofern die Anreise. Sie war Ausländern zuletzt nur über Mexiko erlaubt. Dort musste das Paar zwei Wochen in Quarantäne leben, bevor es endlich wieder in die USA ging.

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