Coronavirus
Immer mehr Kinder und Jugendliche infiziert
Die Corona-Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Beispiel 15- bis 19-Jährige: Wurden Ende Juli/Anfang August 2020 noch 10 Infizierte binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner gemeldet, waren es Anfang Februar des laufenden Jahres bereits 74. In der Kalenderwoche vom 12. bis 18. April stieg die Anzahl auf 271. Damit ist bei den 15- bis 19-Jährigen in diesem Zeitraum die bundesweit höchste Corona-Inzidenz aller Altersgruppen registriert worden. Der Wert ist vergleichbar mit dem der 85- bis 89-Jährigen Ende November/Anfang Dezember 2020. Die Inzidenz dieser Gruppe liegt derzeit bei 77, in der Gesamtbevölkerung bei 164. Die Angaben stammen vom Robert-Koch-Institut.
Auch bei den noch Jüngeren ist die Inzidenz inzwischen stark gestiegen
–10- bis 14-Jährige: 205
–5- bis 9-Jährige: 185,
–0- bis 4-Jährige: 127.
Immer mehr Tests bei Jugendlichen
Allerdings sind die Werte bei Jugendlichen und Kindern einzuordnen. Nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat sich die Anzahl getesteter Kinder und Jugendlicher seit Februar fast verdoppelt. Folglich sei auch die Anzahl der Positiv-Getesteten gestiegen. „Die Frage, ob Kinder zum jetzigen Zeitpunkt überproportional am Covid-19-Infektionsgeschehen beitragen, kann daher mit einem klaren Nein beantwortet werden“, erklärten die beiden Berufsverbände.
Angesichts der Entwicklung steht dennoch die Frage nach der Impfung von Kindern und Jugendlichen im Raum. Laut einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts sollen Unter-15-Jährige nicht geimpft werden. Für sie ist noch kein Impfstoff zugelassen. 16-Jährige und ältere dürfen mit dem Vakzin von Biontech, 18-Jährige und ältere mit den Impfstoffen von Moderna, Astrazeneca und Janssen geimpft werden. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, erklärte am Freitag, weitere Studienergebnisse für diese Altersklassen würden gegen Ende des Jahres erwartet.
Die Frage, ob es angesichts der Entwicklung Änderungen bei der Impfpriorisierung geben sollte, hat das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium am Freitag nicht beantwortet: Das Land halte sich grundsätzlich an die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und an die Vorgaben der Bundesimpfverordnung.