Politik Historisches Korea-Treffen vereinbart

«Seoul.» Das Treffen zwischen Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In werde im Grenzort Panmunjom stattfinden, sagte gestern Chung Eui Yong, der Leiter einer südkoreanischen Regierungsdelegation, nach der Rückkehr aus Nordkorea. Dort hatten die Südkoreaner Kim Jong Un getroffen. Nordkorea habe sich zu Gesprächen mit den USA bereiterklärt, um über eine De-Nuklearisierung zu sprechen, sagte Chung weiter. Der Norden habe zudem erklärt, dass er keine Notwendigkeit für eine Aufrechterhaltung seines Atomprogramms sehe, solange er nicht militärisch bedroht werde und die Sicherheit seiner Führung gewährleistet sei. Bislang hatte es Kim stets ausgeschlossen, über das Atomprogramm zu verhandeln. Solange es Gespräche gebe, wolle Nordkorea auch keine Atom- oder Raketentests vornehmen, sagte Chung, der Sicherheitsberater des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In ist. Um die Kommunikation zu verbessern, sei der Aufbau einer Hotline zwischen den Staatschefs beider Länder geplant. Nord- und Südkorea befinden sich seit dem Krieg auf der Halbinsel Anfang der 50er Jahre offiziell immer noch im Kriegszustand. Zuletzt fand 2007 ein Gipfeltreffen statt. Kim Jong Un hatte Moon im Rahmen der Olympischen Spiele im südkoreanischen Pyeongchang zu einem Besuch in den Norden eingeladen. Eine ranghohe Delegation aus dem Norden besuchte damals Südkorea. In den Monaten zuvor hatten sich Nordkorea und US-Präsident Donald Trump wiederholt einen verbalen Schlagabtausch geliefert und sich gegenseitig mit Vernichtung gedroht. Trump wertete das vereinbarte Treffen als einen „Fortschritt“ im Ringen um das nordkoreanische Atomprogramm. Gleichzeitig reklamierte er dies als einen Erfolg der USA. „Wir hatten eine Menge damit zu tun, wenn nicht alles“, sagte er in Washington. Der US-Präsident betonte jedoch auch, sich weiter alle Optionen offen zu halten. In westlichen diplomatischen Kreisen in Peking, die auch für Nordkorea zuständig sind, hieß es, die neueste Entwicklung komme „zwar überraschend“. Zugleich sei Kim Jong Uns Vorgehen „äußerst schlau“. Dem nordkoreanischen Machthaber sei es innerhalb kurzer Zeit gelungen, einen Keil zwischen die Verbündeten Südkorea und USA zu treiben. Trump stehe nun unter Zugzwang. Kommentar Seite 2