Energieversorgung Habeck nennt Maßnahmen für weniger Gasverbrauch
„Wir werden den Gasverbrauch im Strombereich und der Industrie senken und die Befüllung der Speicher forcieren“, teilte Habeck am Sonntag mit. Bei der Stromproduktion würden dafür „Kohlekraftwerke stärker zum Einsatz kommen müssen“.
Habeck rief die Betreiber von in Reserve gehaltenen Kohlekraftwerken auf, dass sie „sich schon jetzt darauf einstellen sollten, so dass alles so bald wie möglich einsatzbereit ist“. „In den letzten Tagen hat sich die Lage am Gasmarkt verschärft“, erklärte Habeck mit Blick auf die von ihm als politisch motiviert eingestuften russischen Lieferkürzungen. Gegen die damit verbundene Strategie von Russlands Präsident Wladimir Putin, zu verunsichern und Preise in die Höhe zu treiben, müsse sich Deutschland „entschlossen, präzise und durchdacht zur Wehr setzen“.
„Gasspeicher müssen zum Winter hin voll sein“
Dafür werde die Bundesregierung nun „einen weiteren Teil der Werkzeuge rausholen und nutzen“, kündigte Habeck an. Durch den Ersatz von Gas- durch Kohlekraftwerke könne „der Gasverbrauch zur Stromerzeugung substanziell reduziert werden“. 2021 hatte der Gasanteil an der Stromproduktion in Deutschland etwa 15 Prozent betragen, er dürfte inzwischen aber niedriger sein. Den vermehrten Einsatz von Kohle nannte der Minister „bitter“, aber „in dieser Lage schier notwendig“.
„Die Gasspeicher müssen zum Winter hin voll sein. Das hat oberste Priorität“, betonte der Wirtschaftsminister. Noch im Sommer solle dafür auch ein Gasauktions-Modell an den Start gehen, „das industrielle Gasverbraucher anreizt, Gas einzusparen“. Diese könnten demnach dann gegen eine Vergütung „ihren Verbrauch in Engpasssituationen reduzieren und Gas dem Markt zur Verfügung stellen“.
Ziel sei, bis zum 1. August einen Speicherstand von 65 Prozent zu erreichen, zum 1. Oktober wie bereits vorgeschrieben von 80 Prozent und zum 1. November von 90 Prozent. Derzeit sind es etwa 57 Prozent.