Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Getreide-Exporte aus der Ukraine: Erfolg von Putins Gnaden

Die „Razoni“ beim Verlassen von Odessa.
Die »Razoni« beim Verlassen von Odessa.

Die Welt atmet erst einmal auf. Aber auf der Fahrt des Getreidefrachters „Razoni“ lauern allerlei Gefahren.

Der Beginn der Getreide-Exporte aus der Ukraine ist eine gute Nachricht. Doch die Gefahren auf der Fahrt des Frachters „Razoni“ zeigen, wie störanfällig die Vereinbarung ist. Russland ist verantwortlich für Erfolg oder Misserfolg, sagt die ukrainische Regierung. Daran kann auch die Türkei als Vermittlerin nichts ändern.

Das schmälert nicht deren Erfolg beim Zustandekommen des Abkommens. Doch nicht der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan entscheidet darüber, ob es umgesetzt werden kann, sondern Wladimir Putin. Für den Kremlchef hat der Istanbuler Vertrag mehrere Vorteile. Erstens verhinderte Putin damit, dass Russland für den weltweiten Hunger verantwortlich gemacht werden kann. Zweitens setzte er UN-Garantien zur Sicherung russischer Exporte durch. Drittens demonstrierte er mit einem Angriff auf Odessa, dass er sein Wohlwollen auch zurückziehen kann.

Erdogan dagegen will beweisen, dass sein Land im Konzert der Großen mitspielen kann. Am Freitag fliegt er als erster Staatschef eines Nato-Landes seit Kriegsausbruch nach Russland. Er dürfte mit Putin über die Forderung der Ukraine sprechen, weitere Häfen in die Getreide-Vereinbarung aufzunehmen. Die türkische Regierung denkt außerdem darüber nach, die Kontakte zwischen Russland und der Ukraine zu Verhandlungen über einen Waffenstillstand auszubauen. Beides geht nur, wenn Putin mitmacht.

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