Meinung Gefährlich hohe Preise: Das Leben wird 2025 teurer

Nicht nur die Butterpreise sind bereits deutlich angestiegen.
Nicht nur die Butterpreise sind bereits deutlich angestiegen.

Die moderat erscheinende Inflationsrate täuscht darüber hinweg, dass das Leben im neuen Jahr für viele erneut deutlich teurer wird. Den Bürgern wird mehr Eigenverantwortung aufgezwungen – über den Preis.

Bei gut 2 Prozent wird Expertenschätzungen zufolge die Jahresinflationsrate für 2024 liegen. Das liest sich schon anders als die Teuerungsraten von 6,9 und 5,9 Prozent 2022 und 2023. Das heißt aber längst nicht, dass sich das Problem stark gestiegener Lebenshaltungskosten in Wohlgefallen aufgelöst hat.

Gerade die Lebensmittelpreise sind weiter sehr hoch, und das trifft alle. Man nehme als ein Beispiel die geradezu astronomisch anmutenden Preise im Supermarkt für ein Päckchen Butter. Die ist in Zeiten der Weihnachtsbäckerei gerade besonders nachgefragt. Und das bei knappem Angebot angesichts von vielerlei Problemen der Milchwirtschaft. Das treibt den Preis. Sehr viele Menschen, mehr als noch vor einigen Jahren, müssen sich daher streng an Sonderangeboten orientieren, müssen ganz gezielt preisbewusst einkaufen. Auch die Verkaufspreise für Eier sind in den vergangenen Jahren über die Maßen stark geklettert. Von denen fürs Luxusgut Olivenöl ganz zu schweigen.

Hohe Preise bergen politischen Zündstoff

Das Leben ist teuer geworden, in vielen Ländern ist das längst politischer Zündstoff – etwa in den USA oder jetzt gerade bei unseren Nachbarn in Frankreich.

Die gefühlte Inflation ist dabei weitaus höher, als es die moderat erscheinenden 2,2 Prozent erscheinen lassen, die die Statistik für November 2024 ausweist.

Mit Beginn des Jahres 2025 wird sich der Eindruck, dass am Ende des Monats immer weniger oder überhaupt kein Geld mehr übrig ist, verstärken. Für die meisten Menschen steigen die Krankenkassenbeiträge immens, die gesetzliche Pflegeversicherung wird teurer. Ganz abgesehen von der erheblichen Anhebung der Beitragsbemessungsgrenzen für die Sozialversicherung, die besonders Gutverdiener trifft. Für viele steigt zudem die Grundsteuer.

Preise unbedingt vergleichen

Wie bei der Krankenversicherung lohnt es sich auch bei der Kfz-Versicherung, Tarife und Anbieter sorgfältig zu vergleichen. So lassen sich die Mehrkosten einigermaßen im Rahmen halten. Gleiches gilt in Sachen Energie. Auch hier wird es für viele teurer. Schon deshalb, weil vielerorts die Entgelte für die Strom- und Gasnetznutzung 2025 steigen. Nicht alle Energieanbieter geben die Veränderungen bei den Netzentgelten und andere Kosten in gleichem Maß an die Endkunden weiter. Auch hier gebietet es die Vernunft, einen Wechsel des Strom- und/oder Gaslieferanten oder -tarifs eingehend zu prüfen – und natürlich zudem Energie zu sparen.

Eigenverantwortung wird den Bürgern faktisch aufgezwungen – über den Preis. Wer sich nicht umschaut und ständig fleißig rechnet, wird bestraft: Er zahlt für einen durchschnittlichen Otto-normal-Konsum inklusive Lebensmitteln, Versicherungen und Energiekosten gut und gerne 100 und mehr Euro zu viel im Monat.

Immerhin etwas Entlastung in Sicht

Viele Menschen, gerade wenn sie als Kindertaxi und zur Arbeit mit dem Auto unterwegs sein müssen, werden 2025 deutlich höhere Kosten haben. Auch Bahnfahren wird teurer. So werden Lohnerhöhungen rasch von den Kosten des täglichen Lebens aufgezehrt. Immerhin steigen der steuerliche Grundfreibetrag und der Kinderfreibetrag rückwirkend für 2024, das entlastet etwas. Ein Gesetz gegen die kalte Progression indes steckt nach dem Bruch der Ampelkoalition fest.

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