Philippinen RHEINPFALZ Plus Artikel Folgt wieder ein Marcos auf Präsident Duterte?

Führte einen brutalen Anti-Drogenkrieg: Präsident Duterte, der seinen baldigen Rückzug kundtat.
Führte einen brutalen Anti-Drogenkrieg: Präsident Duterte, der seinen baldigen Rückzug kundtat.

Auf den Philippinen will der Sohn des einstigen Diktators Ferdinand Marcos für die Präsidentschaft kandidieren. Derweil rechnet der langjährige Präsident Rodrigo Duterte damit, dass er sich wegen der Gewalt während seines Anti-Drogen-Feldzugs verantworten muss.

Ferdinand Marcos Junior habe in einem Video auf seiner Facebook-Seite angekündigt, dem Land eine „einigende Führung“ zurückzugeben, berichtete am Dienstag das Nachrichtenportal „Rappler“. Die nächsten Wahlen sind für den 9. Mai 2022 angesetzt. Der jetzige Regierungschef Rodrigo Duterte hatte am Samstag überraschend seinen Rückzug aus der Politik angekündigt.

Ursprünglich hatte Duterte vorgehabt, 2022 als Vize-Präsidentschaftskandidat ins Rennen zu ziehen. Kritiker befürchteten, er habe sich damit nur eine weitere Amtszeit durch die Hintertür sichern wollen. Laut Verfassung darf ein Regierungschef auf den Philippinen nach sechs Jahren kein zweites Mal antreten. Laut Duterte könnte seine Tochter Sara Duterte-Carpio in seine Fußstapfen treten. Noch hat diese aber nicht offiziell ihren Hut dafür in den Ring geworfen.

Zunehmend autoritär

Ferdinand Marcos Juniors Vater regierte die Philippinen seit 1965. 1972 verhängte der Senior das Kriegsrecht. Im Februar 1986 wurde der Diktator gestürzt. Er starb 1989 auf Hawaii.

Auch Duterte hat seit dem Amtsantritt 2016 zunehmend autoritär regiert. Im Zuge des von ihm initiierten „Anti-Drogen-Krieges“ rief er zur Tötung von Rauschgifthändlern und Drogenkonsumenten auf. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass bis zu 30.000 Menschen ermordet wurden. Nun bereitet Duterte eigenen Angaben zufolge seine Verteidigung vor dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag vor. Er kündigte an, er werde die Beamten schützen, die den Anti-Drogenkrieg geführt hätten, solange diese sich an die Gesetze gehalten hätten.

Duterte hatte zuvor versucht, den Ermittlungen zu entgehen, indem er erklärte, Manila sei 2019 aus dem Haager Tribunal ausgetreten. Der IStGH sieht sich jedoch zuständig für die Ahndung von Verbrechen, die während der Zeit der Mitgliedschaft begangen wurden.

x