Politik Fall Skripal: Haftbefehl gegen Russen

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«London/Moskau.» Die britische Staatsanwaltschaft warf gestern zwei Russen, die unter den Namen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow nach Großbritannien gereist waren, Mordversuch an Sergej Skripal und seiner Tochter Julia vor. Es handele sich um zwei Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU, teilte Theresa May mit. Die britische Regierungschefin sagte im Parlament, der Geheimdienst GRU sei eine sehr disziplinierte Organisation mit einer straffen Kommandokette. Es sei daher kaum vorstellbar, dass die russische Staatsführung von dem Einsatz keine Kenntnis gehabt habe. „Es ist fast sicher, dass er auch von außerhalb des GRU auf hoher staatlichen Ebene genehmigt war“, sagte May. „Ich vermute, dass sie eine Botschaft an diejenigen Russen schicken wollten, die anderswo leben und die mit Angelegenheiten des russischen Staates zu tun hatten.“ Es sei aber Sache Russlands zu erklären, was in Salisbury geschehen sei. London beantragte eine Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zu dem Fall, um dort über die Ermittlungen zu berichten. Skripal ist ehemaliger GRU-Offizier und hat als Doppelagent zahlreiche russische Spione an die Regierung in London verraten. Dafür war er in Russland zu langer Haft verurteilt worden. Er kam im Zuge eines Gefangenenaustauschs frei und lebte seitdem in England. Den britischen Behörden zufolge wurden Skripal und seine Tochter am 4. März in Salisbury mit einem Mittel aus der Gruppe der Nowitschok-Nervengifte vergiftet, die das sowjetische Militär in den 1970er und 1980er Jahren entwickelt hatte. Beide entkamen nur knapp dem Tod. Sie leben inzwischen an einem geheimen Ort. Nach Angaben der britischen Anti-Terror-Polizei reisten die beiden Verdächtigen zwei Tage vor dem Anschlag Anfang März nach Großbritannien ein und flogen wenige Stunden nach der Attacke nach Moskau zurück. Im Hotelzimmer der beiden Männer seien Spuren des bei dem Anschlag eingesetzten Nervengiftes Nowitschok gefunden worden, sagte May. Die russische Regierung erklärte, sie kenne die Verdächtigen nicht. Die Namen und die Fahndungsfotos „sagen uns gar nichts“, sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. Sie forderte die London auf, auf „öffentliche Anschuldigungen“ und das „Manipulieren von Informationen“ zu verzichten und stattdessen mit den russischen Behörden zusammenzuarbeiten. Seite 3

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