Politik Facebook unter Beschuss

«Washington.» Nach den Enthüllungen über einen mutmaßlichen gigantischen Datenmissbrauch für den US-Wahlkampf gerät der Internetkonzern Facebook unter wachsenden politischen Druck.
Parlamentarier in den USA wie auch in Großbritannien wollen Konzernchef Mark Zuckerberg zu Anhörungen vorladen. Auch die EU kündigte Untersuchungen an. Die Daten von rund 50 Millionen Facebook-Nutzern sollen von der britischen Firma Cambridge Analytica für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump eingesetzt worden sein. Die Daten sollen personalisierte Wahlwerbung ermöglicht haben. Der republikanische US-Senator John Kennedy und seine Kollegin Amy Klobuchar von den oppositionellen Demokraten verlangten, dass Zuckerberg ebenso wie die Chefs von Google und Twitter in der Kongresskammer aussagen solle. Die Internetriesen verfügten über „beispiellose Mengen an persönlichen Daten“, zugleich gebe es einen Mangel an Aufsicht über ihren Umgang damit, erklärten sie. Dies wecke Besorgnisse hinsichtlich eines ungestörten Ablaufs von Wahlen und des Datenschutzes. Der Vorsitzende des britischen Unterhausausschusses für Digitales, Damian Collins, teilte seinerseits mit, er habe Zuckerberg schriftlich aufgefordert, vor dem Gremium zu erscheinen. Er solle Stellung zu dem „katastrophalen Vorgang des Versagens“ seiner Firma beziehen. Die in Deutschland für Facebook zuständige Hamburger Datenschutzbehörde kündigte an, sie werde bei dem Unternehmen nachhaken, inwiefern deutsche Nutzer von dem Datenmissbrauch betroffen seien. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) forderte Facebook auf, zu erklären, wie es die Privatsphäre seiner Nutzer künftig besser schützt. Facebook teilte mit, externe Spezialisten mit einer Untersuchung der Affäre beauftragt zu haben. Das Facebook-Konto von Cambridge Analytica sei inzwischen geschlossen worden. Cambridge Analytica bestritt energisch, bei Facebook gesammelte Daten für die Trump-Kampagne verwendet zu haben. Die britische Datenschutzbeauftragte warf der Analysefirma wiederum vor, sich unkooperativ zu verhalten. Kommentar, Bericht: Seite 2