Donald Trump
Er will noch immer ins Weiße Haus zurück
Nein, der größte aller bisher 46 US-Präsidenten war er nicht, dieser Donald J. Trump. Mit 1,91 Metern liegt er nur auf Platz drei hinter Abraham Lincoln (1,93 Meter) und Lyndon Johnson (1,92 Meter). Soweit die Fakten. Aber Trump ist ja in die Geschichte eingegangen, weil er sich nicht um die Fakten schert.
Der nun 75-jährige gebürtige New Yorker hat tatsächlich etwas geschafft, das ihn in eine Reihe mit Kaisern und Diktatoren und auch mit Superstars aus Musik und Sport stellt: Er hat einen Fankult begründet. Seine Abwahl im November hat seine Anhänger nur in ihrer religiösen Überzeugung bestärkt, dass es „ein Establishment“ von Kräften in Politik und Medien gibt, die Trump 2016 verhindern wollten, ihn nach seiner Wahl immer wieder zu stürzen versuchten und durch Betrug an der Urne von der Macht entfernten.
Es ist stiller um ihn geworden, aber eben nur im Universum jener, die froh sind, dass der 45. Präsident der USA nicht mehr im Weißen Haus in Washington sitzt. Auf Facebook, Twitter und CNN macht Trump immer seltener Nachrichten. In „alternativen“ Internetforen, auf Telegram und in seinem aktuellen Lieblingssender Newsmax hingegen wird weiter Tag für Tag die Rückkehr des rechtmäßigen Staatschefs an die Macht prophezeit.
Vater Fred polte ihn auf Erfolg
Memoiren schreiben oder noch mehr Golfspielen – das wäre einem Trump derweil zu wenig. Er hält Hof in seinem Anwesen in Florida, das schon in seiner Amtszeit „Weißes Haus Süd“ genannt wurde. Wer in seiner Republikaner-Partei etwas werden oder bleiben will, ist auf sein Wohlwollen angewiesen. Aber selbst das lastet ihn nicht aus. Er erscheint unangekündigt auf Verlobungen und Beerdigungen in den Country-Clubs der Reichen.
À propos die Reichen – es war Trumps Vater Fred, der ihn dazu erzog, unermüdlich nach Erfolg zu streben und dabei nie zimperlich zu sein. Trumps uramerikanischer Aufstieg zum Immobilien-Tycoon in den 80er Jahren und wie er Geld macht, indem er einfach seinen Namen auf Projekte klebt, wird von seinen Fans nicht etwa als vulgär oder betrügerisch verachtet, sondern glühend bewundert. Wie ja auch sein Sprachstil – nur laut und auf spalterische Attacke gepolt – typisch für unsere Zeit ist.
Dass der Name Trump mal für eine Polit-Dynastie steht, wie es die Kennedys oder die Bushs sind, das ist nicht ausgemacht. Aber gut möglich. Der Durst nach Macht ist ungestillt.
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