Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Feuerpause, kein Frieden

Das Kreuz des Patriarchen Kyrill wirft bei einem Gottesdienst einen Schatten auf die Stirn Wladimir Putins.
Das Kreuz des Patriarchen Kyrill wirft bei einem Gottesdienst einen Schatten auf die Stirn Wladimir Putins.

Die von Moskau avisierte Waffenruhe ist nicht mehr als eine Pause. Dass Putin sie angeordnet hat, folgt innenpolitischer Logik.

Beim Krieg gegen die Ukraine hat sich Russlands Präsident mit dem Führer der russisch-orthodoxen Kirche Kyrill verbündet. Beide kämpfen angeblich gegen einen gemeinsamen Feind: gegen „zügellose Werte“, die vom Westen über die Ukraine einsickern und das vaterländische Russland gefährden. Wen also wundert es, dass Putin nun dem Wunsch seines Bruders im Geiste, Kyrill, entsprechen und über das orthodoxe Weihnachtsfest eine Feuerpause ausrufen will.

Die Ukrainer entscheiden

Jetzt darf die Welt rätseln: Ist das der Auftakt zu einem umfassenderen Friedensangebot? Oder ist es nur eine List? Die Ukrainer jedenfalls sind gewarnt. Seit Russland 2014 auf der Krim einmarschiert ist, waren Waffenstillstandsangebote Moskaus meist nur ein Vorwand, damit sich russische Truppen neu formieren konnten.

Maßgebliche Experten gehen sowieso davon aus, dass wirkliche Friedensgespräche erst starten werden, wenn beide Seiten erschöpft sind. Das ist derzeit nicht zu sehen. Insbesondere die Ukrainer sehen sich auf dem Vormarsch. Vor allem sie entscheiden, wie es weitergeht.

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