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Die Eta: Jahrzehntelanger Terror
In der jüngeren Vergangenheit sah sich der spanische Nationalstaat vor allem durch die Autonomiebestrebungen von katalanischen Separatisten herausgefordert. Dabei geriet leicht in Vergessenheit, dass Politik, Gesellschaft und Sicherheitskräfte des iberischen Landes sich lange mit einer ganz anderen, überaus gewalttätigen Unabhängigkeitsbewegung konfrontiert sahen: „Euskadi Ta Askatasuna“ (Baskenland und Freiheit), abgekürzt Eta. Sie hielt Spanien über Jahrzehnte mit Anschlägen, Morden und Entführungen in Atem.
Eta-Aktivisten wollten Marxismus-Leninismus durchsetzen
Dabei wurden der Eta, die am 31. Juli 1959 von Studenten und anderen jungen Basken gegründet wurde, anfangs durchaus Sympathien entgegengebracht. Denn die Separatisten verstanden sich als Widerstandsbewegung gegen die Diktatur von General Francisco Franco, dessen Regime auf einen einheitlichen Zentralstaat setzte und dabei äußerst repressiv gegen die baskische Kultur und Sprache vorging. Den Eta-Aktivisten ging es dabei nicht nur um die Unabhängigkeit des Baskenlandes; zugleich sollten die Grundsätze des Marxismus-Leninismus durchgesetzt werden.
1987 starben 21 Menschen bei einem Anschlag
Um diese Ziele zu erreichen, das war von Anfang an klar, galt Gewalt ausdrücklich als ein Mittel der Wahl. So tötete die Eta bei einem Bombenattentat im Dezember 1973 den designierten Franco-Nachfolger Luis Carrero Blanco. Auch nach dem Fall des Franco-Regimes und dem Übergang Spaniens zu einer Demokratie hörte die Gewalt nicht auf – im Gegenteil. Daran änderte auch das 1979 verabschiedete Autonomiestatut fürs Baskenland nicht. So starben 1987 in Barcelona 21 Menschen, als in einem Supermarkt ein Sprengsatz detonierte. Ein Teil des spanischen Sicherheitsapparats versuchte Gleiches mit Gleichem zu vergelten, begann mit Gegenterror.
Insgesamt kostete der Terror der Eta mehr als 800 Menschen das Leben, unter ihnen viele unbeteiligte Zivilisten. Im Laufe der Zeit wurde die Eta zusehends schwächer, verlor auch immer mehr an Rückhalt in der Bevölkerung. 2011 verkündete die Organisation einen umfassenden Waffenstillstand, dem sechs Jahre später die Übergabe von mehreren Tonnen Waffen an die Polizei folgte. Im Mai 2018 löste sich die Eta auf. Noch heute sitzen Hunderte frühere Eta-Mitglieder im Gefängnis.
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