Russland
Der Schachmatt-Jet als neues militärisches Prestigeobjekt
Die Russen haben den Jet englisch getauft: „Checkmate“, zu Deutsch „Schach und matt“. Das Projekt ist ehrgeizig: ein leichter taktischer Düsenjäger mit einem Triebwerk der 5. Generation, mit bis zu fünf Luft-Luft-Raketen und einer Geschwindigkeit von 1900 Kilometer pro Stunde durchaus eine Konkurrenz für westliche Kampfjets. Auch wegen der Triebwerksdüse, die der Pilot in alle Richtungen bewegen kann. „Sie erlaubt dem Flugzeug in der Luft die unglaublichsten Pirouetten“, erklärt der Moskauer Militärexperte Viktor Litowkin.
Maschine soll in vier Jahren in Serie gehen
Der Kampfjet Checkmate, in Russland auch Su 75 genannt, ist die große Attraktion der am Dienstag eröffneten Luftfahrtshow MAKS in Schukowski bei Moskau. Genauer das Modell von Checkmate, Präsident Wladimir Putin persönlich besichtigte es. „Das ist mehr als nur eine Attrappe, als ein Demonstrator“, versichert Juri Sljusar, Chef der Vereinigten Flugzeugbau Korporation. „Ein Rekordprojekt auch, was die Fristen angeht, kaum älter als ein Jahr.“ Man habe Checkmate digital mithilfe eines Supercomputers modelliert. Der erste Prototyp soll in zwei, spätestens drei Jahren in die Luft gehen, die Serienproduktion in vier Jahren beginnen.
Nach Aussagen der Hersteller ist Checkmate vor allem als Exportprodukt gedacht. Der Düsenjäger soll der französischen Rafale und dem schwedischen Gripen Marktanteile abnehmen, aber vor allem der amerikanischen F-35 Lightning II. Aber noch ist das Projekt nicht mehr als der bunt angestrahlte, bewegungsunfähige „Demonstrator“ im MAKS-Pavillon. „Dem Modell schreibt man technische Eigenschaften zu, die noch niemand erprobt hat“, sagt Litowkin der RHEINPFALZ. „Ob der Kampfjet wirklich 7,5 Tonnen Nutzlast in die Luft bringt und einen Wirkungsradius von 1500 Kilometern hat, müssen reale Flüge zeigen. Bis dahin ist alles nur Reklame.“