Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Der Leopard 1 ist ein Panzer von gestern

Ein ausgestellter Kampfpanzer vom Typ Leopard 1 A4 ist in der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen zu sehen.
Ein ausgestellter Kampfpanzer vom Typ Leopard 1 A4 ist in der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Sigmaringen zu sehen.

Der Leopard-1-Panzer wird den ukrainischen Streitkräften helfen. Zum Schreckgespenst für die russische Armee taugt er aber nicht.

Es wäre übertrieben, von einem Oldtimer zu sprechen. Gleichwohl hat der Kampfpanzer Leopard 1 schon einige Jahre auf dem Buckel. Von Mitte der 1960er bis Mitte der 1980er Jahre wurde er gefertigt. Der Münchner Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann wirbt zwar damit, dass der Panzer noch von den Streitkräften in neun Ländern genutzt werde und für moderne Anforderungen nachrüstbar sei. Doch hat es schon seinen Grund, warum die Bundeswehr das Gefährt vor 20 Jahren ausgemustert hat. Das Nachfolgemodell Leopard 2 ist einfach viel stärker.

Der Leopard 2 sollte den russischen Panzern auf dem Gefechtsfeld überlegen sein. Für den Leopard 1 gilt das nicht unbedingt, der dürfte in so manchem „Panzerduell“ den Kürzeren ziehen.

Nicht nutzlos

Das bedeutet aber nicht, dass er für die Ukrainer nutzlos wäre. Mit dem Leopard 1 hätten sie zusätzliche gepanzerte Fahrzeuge zur Verfügung, die mit ihrer Feuerkraft die Artillerie unterstützen können. Freilich braucht es dafür Munition. Dabei hakt es aber offenbar.

Hinzu kommt, dass viele Leopard 1 in den Depots der Industrie vor sich hinschimmeln. Bis sie kampfbereit sind, werden viele Monate ins Land gehen. Da stellt sich schon die Frage, warum die Entscheidung erst jetzt gefallen ist. Im Fall der Leopard 1 hätte die russische Führung jedenfalls nicht behaupten können, dass der Westen sein modernstes Gerät schicke.

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