Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Der Iran ist ein Regime der Scharfrichter

Hinter der Brutalität steckt die Angst der Herrschenden vor dem Volk. Seit Ebrahim Raisi Präsident des Iran ist, haben die Hinri
Hinter der Brutalität steckt die Angst der Herrschenden vor dem Volk. Seit Ebrahim Raisi Präsident des Iran ist, haben die Hinrichtungen zugenommen.

Kein Land mit vergleichbarer Einwohnerzahl lässt so viele Menschen hinrichten wie der Iran. Dahinter steckt die Angst der Herrschenden.

Eine misshandelte Frau, ein 72-jähriger Mann, ein Rekrut der Armee: Das sind nur drei von 13 Menschen, die in den vergangenen Tagen im Iran durch den Strang hingerichtet wurden. Die Islamische Republik war nach dem Zusammenbruch der brutalen Schah-Regierung einst mit dem Anspruch angetreten, die Schwachen vor der Willkür der Starken zu schützen. Doch längst ist sie selbst zu einem Regime der Scharfrichter geworden.

Hinter dieser Brutalität steckt die Angst der Herrschenden vor dem Volk. Angebliche Regimefeinde werden mit Mitteln des Staatsterrorismus vor die Richter geschleift. Der Deutsch-Iraner Jamshid Sharmahd wurde nach Angaben seiner Familie in Dubai entführt und in den Iran gebracht, wo ihm jetzt der Galgen droht.

Gefangenenaustausch als letzte Chance

Appelle von Menschenrechtsorganisationen und Familienangehörige von Häftlingen können öffentlichen Druck schaffen, doch Politiker in Deutschland und anderen westlichen Ländern haben kaum Möglichkeiten, auf den Iran einzuwirken.

Nur in Einzelfällen wie dem des Doppelstaatlers Sharmahd gibt es eventuell die Chance, einen Gefangenen mit einem Austausch aus dem Gefängnis zu holen. Sogar mit dem Erzfeind USA hat der Iran solche Deals bereits gemacht. Diese Art von Abmachungen mit einem Unrechtsstaat fällt einer Demokratie zwar nicht leicht, doch sie könnte der einzige Weg sein, einen Deutschen vor dem Galgen zu retten.

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