Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Chemie-Tarifrunde: Vernünftige Entscheidung

In den Tarifverhandlungen für rund 580.000 Beschäftigte in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie gibt es zunächst nur einen
In den Tarifverhandlungen für rund 580.000 Beschäftigte in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie gibt es zunächst nur einen Teilabschluss.

In schwierigen Zeiten sind die Chemie-Tarifparteien in beispielhafter Weise ihrer Verantwortung gerecht geworden.

So hat sich Hans Oberschulte, Personalchef der BASF SE, sein Debüt als Verhandlungsführer der Chemie-Arbeitgeber sicher nicht vorgestellt. Und auch für die IG BCE nahm diese Tarifrunde einen völlig anderen Verlauf als geplant. Ein reales Einkommensplus hatte die Chemiegewerkschaft gefordert – herausgekommen ist eine Einmalzahlung, die für ein einmaliges Plus auf den Konten der Beschäftigten sorgt, ohne die Lohnkosten der Unternehmen dauerhaft in die Höhe zu treiben.

Es ist ein ungewöhnliches (Zwischen-)Ergebnis, das der ungewöhnlichen, so bis vor Kurzem nicht absehbaren Realität Rechnung trägt. Einer Realität, die geprägt ist von einem Höchstmaß an – politischer, wirtschaftlicher – Unsicherheit.

Deshalb war es richtig und vernünftig, dass sich die Tarifparteien auf eine „Brücke“, also eine Übergangslösung verständigt haben. Zumindest tarifpolitisch wissen Beschäftigte wie Unternehmen jetzt erst einmal, woran sie sind.

Verantwortung gerecht geworden

Dieser Abschluss basiert auf der Hoffnung, dass der wahnsinnige Krieg in der Ukraine mitsamt seinen dramatischen Auswirkungen bis zum Herbst, wenn die Tarifrunde fortgesetzt werden soll, beendet ist. Ob sich diese Hoffnung erfüllen wird, kann derzeit niemand sagen. Die Chemie-Tarifparteien jedenfalls haben das ihnen derzeit Mögliche getan, um ein gewisses Maß an Sicherheit zu schaffen. Sie sind damit in beispielhafter Weise ihrer Verantwortung gerecht geworden.

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