Politik Bunker mit Fitnessraum und Garage
Die japanische Küste liegt rund 1300 Kilometer von Pjöngjang entfernt. Die Japaner fühlen sich von Nordkorea bedroht. Aus Angst vor einem atomaren Angriff versuchen sie, Vorkehrungen zu treffen. So informiert die Regierung auf einer Internetseite, die ständig aktualisiert wird, wie sich die Zivilbevölkerung im Ernstfall zu schützen hat. Geraten wird zum Beispiel, sich von Fenstern fernzuhalten und Zuflucht in Häusern zu suchen. Zündet Nordkorea wieder eine Rakete mit Flugrichtung Japan, geht das Frühwarnsystem los, und Kinder in Schulen werden angewiesen, sich unter ihren Schreibtischen zu verstecken. Bei einem Erdbeben kann das ja noch sinnvoll sein. Aber bei einer Rakete mit atomarem Sprengkopf? So denken immer mehr Privatpersonen im Land der aufgehenden Sonne über den Bau eines Bunkers nach. Seit Nordkorea am 4. Juli, dem Nationalfeiertag der Vereinigten Staaten, eine interkontinentale Trägerrakete getestet hat, nimmt das Interesse an bombensicheren Bunkern zu. Die Angst der Japaner ist gut fürs Geschäft. Verstärkt wurde sie durch die jüngste Drohung aus Pjöngjang: Sollte es nur das geringste Anzeichen eines Versuches geben, dass die USA es wagen würden, „unsere oberste Führung zu beseitigen, werden wir mit unserem mächtigen Atomhammer“ einen erbarmungslosen Schlag in das Herz der USA führen. Und Japan liegt viel näher an Nordkorea. Die Anfragen hätten sich in diesem Monat verdoppelt, sagt Gary Lynch, General Manager der Rising S Company in Texas. Das Unternehmen offeriert eine ganze Palette von Bunkerbauten – je nach Geldbeutel. Da ist die Variante mit Entgiftungszone, Fitnesszentrum, Schwimmbad und einer Garage für die Edelkarossen – wohlgemerkt gesichert unter bombensicheren Stahlmänteln. Das Bunkermodell „Aristokrat“ ist groß genug, dass 50 Menschen darin schlafen können, und wird samt Bowlingbahn geliefert. Kosten: 7,1 Millionen Euro, eine Garantie auf Lebenszeit eingeschlossen. Luftfilter, Sanitäranlagen, Stromnetz gehören zum Standard selbst der einfacheren Varianten. Ein Bestseller ist das Modell „BombNado“ der kalifornischen Firma Atlas Survival Shelters, das es ab 16.300 Euro gibt. Die Firma hat rund ein Dutzend verschiedene Bunker im Angebot, die innerhalb von sechs Monaten bis zu einem Jahr bewohnbar sein können. Und das alles für ein Gefühl von ein wenig Sicherheit.