Politik Breitbeiniges Sitzen verboten

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Der Kampf gegen die Angewohnheit mancher Männer, sich beim Sitzen breit zu machen, ist in Europa angekommen. Die spanische Hauptstadt Madrid spielt den europäischen Vorreiter und verbietet in den städtischen Bussen das „Manspreading“, das breitbeinige Sitzen. Die Kampagne stammt aus den USA. „Respektieren Sie den Raum der anderen Fahrgäste“, steht unter dem Piktogramm, das neuerdings in allen städtischen Autobussen in Madrid klebt. Auf dem Schild sieht man eine Person, die sich mit weit geöffneten Beinen auf einer Sitzbank fläzt und so gleich zwei Plätze einnimmt. Darüber ein dickes rotes Kreuz, um klar zu machen, dass dieses unsoziale Verhalten in Madrids öffentlichem Verkehr nicht erwünscht ist. Madrids städtische Busgesellschaft EMT teilte mit, dass diese Sitzpositionen, die vor allem bei Männern zu beobachte sei, „anderen Fahrgästen Unbehagen verursacht“. Strafen soll es allerdings bei Fehlverhalten vorerst nicht geben. Die Verkehrsbetriebe hoffen auf die freiwillige Einsicht der „Beinspreizer“. Aber wer sich durch die ungebührliche Ausbreitung anderer Fahrgäste belästigt fühle, könne das Sicherheitspersonal zu Hilfe rufen. In New York und anderen US-amerikanischen Städten laufen bereits seit längerem ähnliche Feldzüge gegen das „Manspreading“, wie es dort getauft wurde. In Amerika entdeckte eine spanische Fraueninitiative das Thema und startete eine Unterschriftenkampagne, welche dann auch die Unterstützung der progressiven Madrider Bürgermeisterin Manuela Carmena erhielt. Das breitbeinige Sitzen von Männern in den öffentlichen Verkehrsmitteln sei nicht die Ausnahme, klagen die Initiatorinnen der Madrider Kampagne, „sondern es ist die Regel“. Jede Frau habe diesen unerwünschten Körperkontakt schon erlebt. Die Kampagne löste eine heftige Debatte in ganz Spanien aus. Frauen berichteten öffentlich, wie ihnen das raumgreifende Sitzverhalten der männlichen Zeitgenossen auf die Nerven gehe. Sie beschwerten sich über „Territorialverhalten“ und „Macho-Gehabe“. Eine Twitter-Nutzerin forderte derweil die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf, dem Madrider Beispiel zu folgen. Die BVG nahmen das offenbar nicht ganz ernst. Die Antwort auf Twitter lautete: Man arbeite vorher noch an einer „Kampagne für mehr Womanspreading“.

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