Politik Biden will düstere Ära beenden und das gespaltene Land einen
Biden will den Respekt für die Vereinigten Staaten in der Welt zurückgewinnen und das gespaltene Land einen. „Ich verspreche, ein Präsident zu sein, der danach strebt, nicht zu spalten, sondern zu einen“, sagte Biden am Samstagabend (Ortszeit) in seiner Siegesrede in seinem Wohnort Wilmington im Bundesstaat Delaware. Der Demokrat bat die Anhänger des amtierenden republikanischen Präsidenten Donald Trump, ihm eine Chance zu geben, um gemeinsam für ein besseres Amerika zu arbeiten.
Biden war am Samstag von den führenden US-Medien zum Gewinner im Rennen um das Weiße Haus ausgerufen worden. Trump wiederum erkannte Bidens Sieg nicht an und erklärte: „Die einfache Tatsache ist, dass diese Wahl noch lange nicht vorbei ist.“ Trump stellte sich als Opfer systematischen Wahlbetrugs dar, ohne dafür stichhaltige Beweise vorzulegen. Mit Hilfe seiner Anwälte will Trump seine Niederlage noch abwenden. Die Erfolgsaussichten gelten aber als extrem gering. Anders als in den USA seit langer Zeit üblich unterließ es Trump, den Wahlgewinner anzurufen und seine Niederlage einzugestehen.
Auch Netanjahu gratuliert Biden
Dennoch gratulierten bereits viele Staats- und Regierungschef dem gewählten Präsidenten Biden und der gewählten Vizepräsidentin Kamala Harris zum Wahlerfolg – unter anderem einer der engsten Verbündeten Trumps, Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.
Nach der geplanten Amtseinführung voraussichtlich am 20. Januar 2021 wäre die 56 Jahre alte Harris nicht nur die erste Vizepräsidentin, sondern auch die erste Schwarze in dem Amt. In ihrer Siegesrede sprach sie von einer Zeitenwende. Die Amerikaner hätten sich mit der Wahl Bidens für Hoffnung, Einheit, Wissenschaft und Wahrheit entschieden, sagte sie. „Auch wenn ich die erste Frau in diesem Amt sein mag, werde ich nicht die letzte sein. Denn jedes kleine Mädchen, das heute Nacht zuschaut, sieht, dass dies ein Land der Möglichkeiten ist.“
Stichwahl für Senatssitze am 5. Januar
In den USA wurden außer dem Präsident auch die 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der 100 Senatoren gewählt. Biden wird mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Mehrheit der Demokraten im Repräsentantenhaus zählen können. Bei den Wahlen zum US-Senat geht aber das Hoffen und Bangen für das Team Biden & Harris weiter. Zwei Senatssitze im Bundesstaat Georgia werden erst am 5. Januar in einer Stichwahl vergeben, und die Demokraten müssten nach bisherigem Stand beide für sich entscheiden, um eine Mehrheit im Senat zu haben.