Krieg in der Ukraine Beschuss von ukrainischem Atomkraftwerk verurteilt
Nach dem Beschuss durch russische Truppen und einem Brand in Europas größtem Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine hat die russische Armee am Freitag das Gelände des Akw besetzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland „Nuklear-Terrorismus“ vor. Die US-Botschaft für die Ukraine sprach von einem „Kriegsverbrechen“.
Die russische Armee hatte die Anlage in der Nacht mit Panzern angegriffen und dort einen Brand ausgelöst. Nach Angaben der ukrainischen Atomaufsicht gerieten ein Schulungsgebäude und ein Labor in Brand, der von der ukrainischen Feuerwehr gelöscht werden konnte.
Laut Moskau waren ausländische Söldner für Angriff verantwortlich
Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigte, dass es keine Veränderungen bei der radioaktiven Strahlenbelastung auf dem AKW-Gelände gebe und bei dem Beschuss keine systemrelevanten Anlagenteile getroffen worden seien. IAEA-Chef Rafael Grossi erklärte sich bereit, in die Ukraine zu reisen, um über die Sicherheit ukrainischer Atomkraftwerke zu verhandeln.
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den Angriff auf das AKW scharf. Der Angriff zeige die „Rücksichtslosigkeit“ Russlands in dem Krieg. Moskau machte „ukrainische Sabotagegruppen mit Beteiligung ausländischer Söldner“ für den Angriff auf das Kraftwerk verantwortlich.
Scholz fordert von Putin Ende der Kämpfe
Bundeskanzler Olaf Scholz forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem einstündigen Telefonat zur sofortigen Einstellung aller Kampfhandlungen in der Ukraine auf. Außerdem verlangte der SPD-Politiker, Zugang für humanitäre Hilfe in den umkämpften Gebieten zuzulassen.
Bei ihrem Vormarsch in der Ukraine setzt die russische Armee nach Angaben der Nato Streubomben ein und verletzt damit das Völkerrecht. „Wir haben den Einsatz von Streubomben registriert“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Freitag. Zudem gebe es Berichte „über den Einsatz anderer Arten von Waffen, die gegen das Völkerrecht verstoßen“.
Menschenrechtsverletzungen werden untersucht
Die Anzahl der in Deutschland registrierten Flüchtlinge aus der Ukraine hat sich innerhalb eines Tages verdoppelt. Die Bundespolizei stellte bis Freitagmittag 18.436 Flüchtlinge fest, wie ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock wirft Russland gezielte Angriffe gegen die ukrainische Zivilbevölkerung vor.
Der UN-Menschenrechtsrat hat mit großer Mehrheit eine Untersuchungskommission bestellt, die Menschenrechtsverletzungen Russlands in der Ukraine untersuchen und dokumentieren soll.