Meinung
Baerbock bleibt in Moskau nur der Dialog
Die Anspannung war der neuen deutschen Außenministerin anzusehen, als sie am Dienstag gemeinsam mit ihrem Amtskollegen Sergej Lawrow vor die Presse trat. Kein Wunder: Baerbock ist neu im diplomatischen Geschäft, Lawrow ein alter Hase, seit 18 Jahren im Dienst. Und viel anzubieten – gar Druckmittel gegenüber Moskau – hatte die Grünen-Politikerin nicht. Dafür umso mehr zu verlieren. Denn die Krise in der Ukraine spitzt sich zu. In Europa droht Krieg.
SPD: Wandel durch Annäherung
Baerbocks eigene Partei hatte deutliche Worte gegenüber Russland gefordert, während Teile der SPD noch immer der Losung „Wandel durch Annäherung“ anhängen, mit der es dem sozialdemokratischen Überkanzler Willy Brandt einst gelang, den Eisernen Vorhang Stück für Stück zu öffnen.
Baerbock fehlen Druckmittel
Baerbock selbst wollte gerne mehr Härte gegenüber Moskau zeigen. Doch um zu drohen, braucht man Druckmittel. Sollte es nun tatsächlich zu einer Wiederbelebung der Dialog-Gruppe des Normandie-Formats kommen, wäre ihr Besuch schon als Erfolg zu werten. Mehr durfte niemand erwarten.