Ehrung Alternativer Nobelpreis für vier Menschenrechtler
Nasrin Sotudeh aus dem Iran, Ales Bialiatski aus Belarus, der US-Bürgerrechtsanwalt Bryan Stevenson und die Aktivistin für Indigenenrechte und Umweltschutz Lottie Cunningham Wren sind die Preisträger. Sie alle vereine, so die Begründung für die Auszeichnung, der „Kampf für Gleichberechtigung, Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheit“. Eine der Preisträgerinnen sitzt wegen dieses Kampfs gerade im Gefängnis.
Hohes persönliches Risiko
Die inhaftierte Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh erhielt die Auszeichnung laut Jury „für ihr furchtloses Engagement zur Förderung politischer Freiheiten und der Menschenrechte im Iran, unter hohem persönlichem Risiko“. Den Bürgerrechtsanwalt Stevenson ehrte sie für sein Bestreben, die Strafjustiz in den USA zu reformieren und „Menschen zu versöhnen, im Angesicht des historischen Traumas von Rassismus“. Die Nicaraguanerin Cunningham Wren schütze „unermüdlich indigenes Land und indigene Gemeinschaften vor Ausbeutung und Plünderung“, wie es hieß.
Polizei- und Justizwillkür dokumentiert
Bialiatski und sein Menschenrechtszentrum „Wiasna“ kämpften „entschlossen für die Verwirklichung von Demokratie und Menschenrechten in Belarus“. Das 1996 von Bialiatski gegründete Zentrum dokumentiert landesweit Menschenrechtsverletzungen. Es berichtet etwa laufend über Festnahmen friedlicher Demonstranten, Polizei- und Justizwillkür sowie Folter in Gefängnissen.
Preisgeld von rund 95 000 Euro
Der 1980 ins Leben gerufene Right Livelihood Award unterstützt Menschen, die sich, teils unter Gefahr für Leib und Leben, für eine friedliche, gerechte und nachhaltige Welt für alle einsetzen. Durch die Ehrung und den Aufbau von weltweiten Netzwerken wolle der Preis dringliche und langfristige gesellschaftliche Veränderungsprozesse fördern.
Die vier von einer internationalen Jury ausgewählten Preisträger erhalten jeweils ein Preisgeld von umgerechnet rund 95.000 Euro. Die Verleihung am 3. Dezember findet nicht wie sonst in Stockholm statt, sondern wegen der Corona-Pandemie virtuell.
Der Direktor der Right Livelihood Foundation, Ole von Uexküll, sagte, die diesjährige Auswahl der Preisträger werfe „ein Schlaglicht auf die weltweite Bedrohung der Demokratie“. Sie alle leisteten Widerstand „gegen ungerechte Rechtssysteme und diktatorische politische Regime“. Sie stärkten die Menschenrechte, „fördern Zivilgesellschaften und prangern institutionelles Fehlverhalten an“.