Politik
Air Base Ramstein soll Drehscheibe für Rückführung von US-Bürgern werden
In einem Schreiben, das der RHEINPFALZ am SONNTAG vorliegt, hat der Flughafenkommandeur, Brigadegeneral Mark August, Kommunalpolitiker aus der Westpfalz auf die Veränderungen vorbereitet. Demzufolge soll der Flugplatz als Drehscheibe für die Rückführung amerikanischer Staatsbürger dienen. Die USA wollen dafür große Flugzeuge vom Typ C 17 benutzen, mit ihnen können beispielsweise Panzer transportiert werden.
Ramsteins Bürgermeister Ralf Hechler (CDU) rechnet damit, dass diese Maschinen deutlich mehr Lärm machen als die Flieger, die momentan in der Westpfalz starten und landen. In der Regel nutzen die USA den größten Luftwaffenstützpunkt außerhalb Amerikas, um Frachtverkehr abzuwickeln. Das Material geht von dort zu US-Militär in ganz Europa und Afrika.
Wie die USA ihre Bürger konkret nach Hause holen wollen, steht noch nicht fest. Aber US-General August schreibt, dass die durchreisenden Amerikaner auf dem Flugplatz bleiben sollen, während sie auf ihren zivilen Anschlussflug warten.
Schon jetzt gibt es auf dem Flughafen eine eigene Corona-Teststation. Es ist bekannt, dass es auf dem Areal sechs Infizierte gibt. Die USA stehen dazu im Austausch mit dem Gesundheitsamt der zuständigen Kreisverwaltung in Kaiserslautern.
Auf der Air Base gelten mittlerweile vergleichbare Sicherheitsmaßnahmen wie in deutschen Geschäften und Büros auch: Mindestabstand von zwei Metern, verstärkte Arbeit aus dem Homeoffice und Schutzscheiben im Kassenbereich, um Kassierer und Kunden zu schützen. Außerdem wurde ein Zugang zum Flugplatz geschlossen. In allen Militäreinrichtungen der USA läuft momentan der Gesundheitsschutz auf der Stufe „Charlie“. In Ramstein gibt es aber laut General August auch Maßnahmen, der deutlich strikteren „Stufe Delta“, um die Ausbreitung der Infektion einzudämmen.
Nach Informationen der RHEINPFALZ am SONNTAG haben die Verantwortlichen nun auch eine militärische Übung abgesagt, die für Ende April geplant war. Sie betonen, dass Übungen zwar außerordentlich wichtig seien für die Einsatzbereitschaft, aber die Reaktion auf die Corona-Pandemie sei bislang bereits herausfordernd gewesen. Es wird davon ausgegangen, dass die Herausforderungen in den kommenden Wochen nicht weniger werden.