Griechenland RHEINPFALZ Plus Artikel 30 Jahre staatenlos: Familie von Ex-König sind wieder Griechen

Der letzte griechische König Konstantin II. starb am 10. Januar 2023 in Athen.
Der letzte griechische König Konstantin II. starb am 10. Januar 2023 in Athen.

Jahrzehntelang waren sie heimatlos. Jetzt bekommen die Nachfahren des letzten „Königs der Hellenen“ die griechische Staatsangehörigkeit zurück.

Ihr Vater Konstantin II. hat es nicht mehr erlebt. Der letzte Griechenkönig starb im Januar 2023 im Alter von 82 Jahren. Aber für seine fünf Kinder Alexia (59), Pavlos (57), Nikolaos (55), Theodora (41) und Philippos (37) erfüllt sich nun ein langgehegter Wunsch: Sie werden wieder griechische Staatsbürger. Ein Erlass des Innenministeriums macht es möglich. Mit der Einbürgerung schließt sich das Kapitel der griechischen Monarchie wohl für immer.

Die Geschichte der Königshäuser zwischen 1832 und 1974 ist von Höhen und Tiefen geprägt. Mal förderten sie die Entwicklung des Landes, häufiger bremsten sie Fortschritt und Demokratie. Die Monarchie wurde mehrfach abgeschafft und wiederhergestellt. Sie spiegelt die komplexe politische Entwicklung des modernen Griechenlands wider.

Flucht nach Bayern

Nach der Unabhängigkeit Griechenlands vom Osmanischen Reich setzten die damaligen europäischen Großmächte 1832 Otto von Bayern als ersten „König der Hellenen“ ein. Als Otto I. regierte er zunächst absolut, musste aber 1843 eine Verfassung akzeptieren. Dennoch wurde der König zunehmend unpopulär. Seine Herrschaft endete 1862 mit der Flucht nach Bayern.

Der letzte König der Hellenen war Konstantin II., der 1964 den Thron bestieg. Seine Regierungszeit war von politischer Instabilität geprägt. Beim Militärputsch von 1967 fügte er sich den Obristen und verspielte so das Vertrauen des Volkes. Nach dem Sturz der Diktatur votierte die Bevölkerung in einer Volksabstimmung mit fast 70 Prozent für die Abschaffung der Monarchie. Da lebten Konstantin und seine Familie bereits im Londoner Exil. Seitdem wurden ihre Pässe nicht mehr verlängert. Die Ex-Royals reisten deshalb überwiegend mit dänischen Papieren. Denn die Witwe Konstantins II., Anne-Marie, stammt aus dem dänischen Königshaus.

Familie „de Grece“

1994 wurde den Mitgliedern der ehemaligen Königsfamilie nach einem Streit um ihren früheren Besitz durch ein Gesetz die griechische Staatsangehörigkeit entzogen. Erst 2013 konnte die Familie das Land wieder besuchen und sich später dort niederlassen – nachdem Konstantin das Ergebnis des Referendums von 1974 anerkannt und auf den Thron verzichtet hatte.

Bevor die Königskinder und -enkel jetzt wieder eingebürgert werden können, galt es drei Bedingungen zu erfüllen: Sie mussten sich zur Verfassung bekennen, auf alle Ansprüche auf den Titel und ihren früheren Besitz verzichten und einen Nachnamen angeben, auf den Pässe und Personalausweise ausgestellt werden können. In Griechenland spricht man von der früheren Königsfamilie meist einfach als den „Ex“ oder den „Glücksburg“, nach dem Adelshaus, aus dem sie stammen. Das klang den Königskindern aber zu deutsch. Die Familie wählte den Namen „de Grece“, französisch für „von Griechenland“.

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