Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Ölpreisdeckel sorgt für neue Bewährungsprobe

Ein Öltanker liegt im Hafen im Sheskharis-Komplex der Chernomortransneft JSC, einer Tochtergesellschaft der Transneft PJSC, eine
Ein Öltanker liegt im Hafen im Sheskharis-Komplex der Chernomortransneft JSC, einer Tochtergesellschaft der Transneft PJSC, einer der größten Anlagen für Öl und Erdölprodukte in Südrussland.

Russland wird den Ölpreisdeckel nicht hinnehmen. Die Belastungen für die EU-Bürger könnten steigen. Doch die eigentlichen Opfer Putins sind nicht sie.

Der Ölpreisdeckel ist ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Die Maßnahmen werden Russland finanziell vermutlich schwer treffen und können so den Verlauf des Krieges in der Ukraine maßgeblich beeinflussen – und hoffentlich verkürzen. Auf der anderen Seite ist dieser Schritt eine Bewährungsprobe für die Europäische Union.Das Murren der Bürger wird angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten schon jetzt immer lauter; ihre Leidensfähigkeit wird nun wahrscheinlich noch verstärkt auf die Probe gestellt. Russland wird sicherlich versuchen, die Energiepreise weiter in die Höhe zu treiben. Die Spannungen zwischen den Staaten der EU, die in ganz unterschiedlicher Weise von russischem Öl abhängig sind, werden dadurch weiter zunehmen. Und dennoch sind die neuen Sanktionen richtig. Der Überfall Russlands auf die Ukraine ist auch ein Angriff auf Frieden und Freiheit in Europa.

Putin Einhalt gebieten

Wird Präsident Wladimir Putin kein Einhalt geboten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Staat seinem Machtstreben zum Opfer fällt. Auch viele andere autoritär geführte Länder auf der Welt beobachten, inwieweit der Westen bereit ist, die Demokratie zu verteidigen.

Dass sich nun manche im Westen zu den eigentlichen Verlierern dieses Krieges stilisieren, ist töricht. Die wirklichen Opfer harren in der Ukraine in den Luftschutzkellern aus oder liegen tot unter dem Schutt ihrer Häuser begraben.

x