Kommentar
Zu Kerosinablässen: Aussitzen ist keine Alternative
Wenn bald alle Flugzeuge wieder abheben, die die Menschen nach zwei Jahren Corona-Verzicht zu ihren Reisezielen bringen, werden rein statistisch auch die Kerosinablässe steigen. Jede Tonne bleibt ein Aufreger, weil sich die Menschen in der Pfalz und in der Eifel überproportional belastet fühlen. Das sind sie auch, denn ein Viertel aller Ablässe erfolgte 2021 über Rheinland-Pfalz. Die Studie des Umweltbundesamtes von 2020, die anhand von Berechnungen zum Ergebnis kam, dass keine Gesundheitsgefährdung vorliegt, hat nicht in jedem Punkt überzeugt. Das nachgebesserte Messnetz ist manchen zu löchrig.
Mehr politischer Druck sinnvoll
Was hilft also? Alternierende Ablassstellen, wie sie die Ampelkoalition im Bund vereinbart, aber noch nicht umgesetzt hat, könnten die Situation entspannen. Gleiches gilt für die Anhebung der Mindestflughöhe von 6000 auf 10.000 Fuß. Etwas mehr politischer Druck aus Rheinland-Pfalz auf die Ampelregierung wäre an dieser Stelle sinnvoll.