Rheinland-Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Stich gibt Amt als Innenstaatssekretär auf, Schneider kommt

Gibt sein Amt aus gesundheitlichen Grünen auf: Innenstaatssekretär Randolf Stich.
Gibt sein Amt aus gesundheitlichen Grünen auf: Innenstaatssekretär Randolf Stich.

Im rheinland-pfälzischen Innenministerium wird Simone Schneider (SPD) am Dienstag Innenstaatssekretär Randolf Stich (SPD) ablösen. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Montag mit. Stich (56) werde aus gesundheitlichen Gründen in den einstweiligen Ruhestand versetzt.

Bereits seit September konnte der in Neustadt an der Weinstraße geborene Stich wegen einer schweren Erkrankung keine Termine mehr wahrnehmen. Der damalige Innenstaatssekretär Roger Lewentz (SPD) hatte die Fraktionen des Landtags darüber informiert. Am Montag folgte nun die Entscheidung Stichs, sich in den einstweiligen Ruhestand versetzen zu lassen und damit sein Amt als Innenstaatssekretär aufzugeben.

Leiterin der Zentralabteilung

Regierungschefin Dreyer und der neue Innenminister Michael Ebling (SPD) haben als Nachfolgerin Simone Schneider benannt. Sie soll am Dienstag vereidigt werden. Die 51-Jährige ist Juristin und leitet seit 2015 die Zentralabteilung der Staatskanzlei. Bereits seit 2007 arbeitet sie in der Regierungszentrale, zunächst als Referentin des Chefs der Staatskanzlei. Zuvor war Schneider, die aus Rheinbach in Nordrhein-Westfalen stammt, als Rechtsanwältin in Köln tätig und bei einem Unternehmen in Wiesbaden. Schneider sei mit zahlreichen Schwerpunktthemen des Innenministeriums bestens vertraut, sagte Dreyer.

Über Randolf Stich sagte die Regierungschefin, er habe sich um das Land verdient gemacht und er fehle „fachlich wie menschlich“. 2015 wurde Stich Staatssekretär im Innenministerium. Nach dem Jurastudium in Mainz begann er 1997 seine Laufbahn als Richter zunächst in Koblenz und Westerburg, 2003 wurde er zum Vorsitzenden Richter am Landgericht Koblenz ernannt. Später wechselte er ins Justiz- und dann ins Innenministerium. Als Staatssekretär war er für die Themen Streitkräfte und Katastrophenschutz zuständig, ebenfalls für Infrastrukturprojekte in der Verantwortung des Ministeriums.

Freie Wähler loben Stich

Erst am 13. Oktober hatte Dreyer Michael Ebling (SPD) als neuen Innenminister vereidigt, nachdem Vorgänger Roger Lewentz (SPD) im Zusammenhang mit den plötzlich aufgetauchten Videos und Einsatzberichten aus der Flutnacht im Ahrtal im Juli 2021 zunehmend unter Druck geraten und schließlich zurückgetreten war. Konstant in der Hausspitze des Ministeriums ist Staatssekretärin Nicole Steingaß (SPD).

Der Fraktionschef der Freien Wähler, Joachim Streit, lobte Stich. Er habe die Digitalisierung in Rheinland-Pfalz vorangetrieben wie kein anderer. Zudem urteilte Streit, es sage viel „über die Machtverhältnisse in der SPD“ aus, dass die Landtagsfraktion weder den Innenminister noch eine Staatssekretärin habe stellen können.

Kommentar zum Wechsel

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