Von Hütte zu Hütte RHEINPFALZ Plus Artikel Zum Waldhaus im Himmelreich geht es hoch hinauf

 Pächter Andreas Steinbacher bietet im Waldhaus im Himmelreich unter anderem wechselnde Tagesessen an. Wenn es Dampfnudeln gibt,
Pächter Andreas Steinbacher bietet im Waldhaus im Himmelreich unter anderem wechselnde Tagesessen an. Wenn es Dampfnudeln gibt, empfiehlt sich eine Reservierung.

Von Hütte zu Hütte: Der Name ist fast schon Programm bei der Hütte des Otterbacher Pfälzerwald-Vereins. Bei einer Einkehr im Waldhaus im Himmelreich können sich die Gäste schnell in mehrfacher Hinsicht dem Himmel ein Stückchen näher fühlen.

Wer von Otterbach aus zum Waldhaus im Himmelreich will, geht steil bergauf. Die Hütte des Pfälzerwald-Vereins Otterbach liegt fast auf dem Gipfel des 299 Meter hohen Lettenbergs – in der namensgebenden Gemarkung „Himmelreich“. Vom nicht ganz zwei Kilometer entfernten Otterbacher Bahnhof müssen Fußgänger knapp 50 Höhenmeter überwinden, bevor die Hütte erreicht ist. Schneller geht es natürlich mit dem Auto – wobei auch bei dieser Form der Anreise die letzten Schritte bis zur Hütte zu Fuß zurückgelegt werden müssen. Geparkt werden muss nämlich an der benachbarten Otterbacher Grillhütte.

Täglich frisch gekocht

Die Waldhaus-Speisekarte bietet nicht nur für die Liebhaber von Bratwurst, Leberknödel, Saumagen und Co. allerlei – auch wenn genau diese Kombination als „Himmelreich-Teller“ einer der Renner auf fast 300 Metern Höhe ist. Im Himmelreich wird richtig gekocht. Zum Mittagstisch wird ein wechselndes Stammessen serviert, freitags gibt es Fisch mit hausgemachtem Kartoffelsalat (die warme Variante und nicht die mit Mayonnaise), mindestens einmal im Monat und meistens donnerstags kommt etwas typisch pfälzisches auf den Tisch wie „Grumbeersupp und Quetschekuche“. Im Winter gibt es Grünkohl. Auch Gäste, die es fleischlos mögen, kommen im Himmelreich auf ihre Kosten – und das nicht nur mit „Weißem Käs“ und „Gequellte“.

Für die Küche verantwortlich sind Anja und Andreas Steinbacher. Der Jettenbacher ist seit April 2008 Pächter des Waldhauses im Himmelreich und legt in der Küche viel Wert auf Bodenständigkeit und eine solide Qualität. Das beginnt schon bei den Zutaten. „Wir kaufen ausschließlich bei lokalen Erzeugern, Fleisch und Wurst kommen von einer Metzgerei aus Weilerbach, Brot von einem lokalen Bäcker und die Kartoffeln und das Gemüse vom Direktvermarkter“, berichtet Steinbacher. Gekocht werde täglich frisch, mit der Folge, dass Anja und Andreas Steinbacher bereits früh morgens in der Küche des Waldhauses stehen, bevor das Haus um 11.30 Uhr öffnet. Das Konzept zahlt sich für den 59-Jährigen aus. Beispielsweise werde das Stammessen täglich sehr gut angenommen. Wenn donnerstags Dampfnudeln auf der Karte stehen, gehe ohne Reservierung im Himmelreich fast nichts mehr.

Leckereien aus der Zuckerküche

Ein echter Geheimtipp ist das Himmelreich allerdings für alle „Süßen“: Andreas Steinbach ist gelernter Bäcker und bereichert die Speisekarte mit täglich frisch gebackenen Kuchen und Torten, wobei er viel Wert auf eine reichhaltige Auswahl und viel Abwechslung legt. Die Bandbreite der Leckereien aus Steinbachers Zuckerküche reichen vom Obstkuchen bis hin zu Torten, wobei er aus einem Fundus mehrerer Dutzend bewährter Rezepturen schöpfen kann. „Die Favoriten in unserem Waldhaus sind ganz klar Schwarzwälder Kirschtorte und Granatsplitter“, sagt Steinbacher.

Wie in den Pfälzerwald-Hütten üblich herrscht auch im Waldhaus im Himmelreich Selbstbedienung an der Theke. Unter der Woche stemmen Anja und Andreas Steinbacher die Bewirtung in der Regel alleine. Für Tage mit größerem Ansturm kann der Hüttenpächter auf drei Aushilfen zurückgreifen und sonntags hilft die Tochter mit. Das Himmelreich bietet in und vor der Hütte jeweils rund 80 Personen Platz, wobei das Angebot an Tischen und Bänken im Freien bei Bedarf erweitert werden kann.

Waldforscherpfad direkt in der Nähe

Beliebt ist das Waldhaus nicht nur bei Tagesgästen, Kaffee-Trinkern und Kuchen-Essern, sondern auch bei Familien mit Kindern. „Zur Hütte gehört zwar kein ausgewiesener Spielplatz, aber der Wald rund ums Haus bietet gerade für Kinder jede Menge Spielmöglichkeiten“, sagt Steinbacher. Zudem beginnt in unmittelbarer Nähe zum Waldhaus der rund zwei Kilometer lange Waldforscherpfad, der speziell für Kinder angelegt wurde. Die erste Himmelreich-Hütte baute der Otterbacher Pfälzerwald-Verein 1975. Nach einem Feuer wurde das Himmelreich in seiner heutigen Form 2006 neu errichtet und zwei Jahre später an Andreas Steinbacher verpachtet. Übrigens hatte der Otterbacher Pfälzerwald-Verein nicht nur beim Pächter, sondern auch bei der Wahl des Bauplatzes für sein Waldhaus ein glückliches Händchen: Nur wenige hundert Schritte weiter nördlich beginnt nämlich die Gemarkung „Galgenberg“.

Info

Das Waldhaus im Himmelreich ist mittwochs und donnerstags von 11.30 bis 18 Uhr sowie freitags und sonntags von 11.30 bis 20 Uhr geöffnet. Mehr Infos sowie eine Übersicht über das wechselnde Stammessen gibt es online auf https://www.steinis-waldhaus.de.

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