Pfälzerwald / Familie
Wandern mit Kindern: „Bänkeltour“ zum Ungeheuersee
„Ob es wohl wirklich Ungeheuer im Ungeheuersee gibt?“, fragen die Kinder neugierig vor dem Ausflug. Um das selbst herauszufinden, geht es in Weisenheim am Berg los. Ausgestattet mit Kinder-, Lauf- oder Bollerwagen – allerdings nur mit geländegängiger Bereifung! – ist der Einstieg der „Bänkeltour“ leicht zu finden. Empfohlen wird der Parkplatz am Sportplatz, von dem aus es zunächst durchs Wohngebiet über die Haalbergstraße und „Am Kirschberg“ in Richtung Wald geht.
Nun folgt ein knackiger Anstieg, bevor der Waldrand erreicht wird. Ab hier ist man nicht mehr auf Asphalt, sondern auf einem breiten Waldweg mit gemütlichem Untergrund unterwegs. Der Name „Bänkeltour“ hält, was er verspricht: Immer wieder stehen entlang der ohnehin schon einfachen Strecke Sitzbänke, die zu einer Verschnaufpause einladen. Der Weg ist daher ideal für Ausflügler, die mit (kleinen) Kindern unterwegs sind oder selbst nicht mehr ganz so gut zu Fuß.
Viele Wege führen zum See
Für alle, die sportlich unterwegs sein wollen, kann die ruhige Strecke langweilig wirken. Denn viel zu sehen gibt es nicht, spektakuläre Ausblicke bleiben aus. Die Kinder finden trotzdem ihre kleinen und großen Wald-Abenteuer. Und: Es führen viele Wege zum Ungeheuersee, sodass Wanderfreunde mit jedem Anspruch und jeder Kondition die passende Route finden.
Der Ungeheuersee ist dann auch schnell erreicht. Es geht vorbei am Thüringer- und am Burgunderplatz – zwei Waldlichtungen mit Rastmöglichkeiten. Der zunehmende Publikumsverkehr im Wald verrät, dass es in Richtung See nebst benachbarter PWV-Hütte geht. Der Weg führt bergab, und schon ist das Areal erreicht. Der Ungeheuersee liegt mitten im Wald – und das schon ziemlich lange: 1599 wurde er erstmals erwähnt und ursprünglich als Viehtränke angelegt. Heute gehört er zur Gemeinde Weisenheim am Berg.
Während der Nachwuchs prüft, ob sich auf der spiegelglatten Wasseroberfläche vielleicht ein buckliger Ungeheuer-Rücken abzeichnet oder gar ein schnaufendes Maul kurz zum Luftholen erscheint, wird ein Plätzchen an den Holztischen der Weisenheimer Hütte gesichert. Die Speisekarte ist überschaubar, aber für jeden findet sich etwas Leckeres – und das zu einem fairen Preis, der nur mit Bargeld beglichen werden kann. In der Regel ist die Hütte sonntags bewirtschaftet, von Mai bis Oktober zusätzlich auch mittwochs.
Rundweg ums Seeufer
Die Kinder interessieren sich mittlerweile mehr für die Spielgeräte als für die Historie des Sees. Der steht natürlich unter Naturschutz und da sein Wasserstand vom Regen abhängt, liegt er zeitweise komplett trocken. Ein Pfad mit Infotafeln führt um den Ungeheuersee herum. Nach der Stärkung verläuft der Rückweg auf der Bänkeltour zunächst genauso wie auf dem Hinweg. Dann zweigt die Strecke kurz nach dem Burgunderplatz rechterhand ab.
Der Weg zurück nach Weisenheim ist sogar noch leichter als der Hinweg, denn es geht nun sanft bergab, ebenfalls auf einem gut ausgebauten, breiten Waldweg. Die Zeit wird genutzt, um dem Nachwuchs zu erklären, dass der Name des Sees nicht von einem Ungeheuer abstammt, sondern von den Begriffen „Unger“, einem alten Wort für Waldweide und „Heyer“ für Gehege. Und schon ist das Wohngebiet auf der Straße „Im Langental“ erreicht. Man muss allerdings etwas aufpassen, um links den Durchgang nicht zu verpassen. So gelangt man wieder an die Kreuzung in der Straße „Am Kirschberg“, die bereits vom Hinweg bekannt ist.



