Pfälzerwald
Barfußwandern: 15 Kilometer ohne Schuhe durch den Wald
Zunächst ist es kühl an diesem Sonntag im Pfälzerwald bei Wachenheim. Rund 15 Kilometer über den Eckkopf bis Deidesheim stehen auf dem Wanderplan. Ohne Schuhe. Die ersten Kilometer durch den Ort waren die Schuhe noch an – außer bei den beiden erfahrenen Barfuß-Läufern Alexander Rapp und Alexander Jandrey. Die beiden führen die Gruppe an diesem Tag. Etwa zwei Kilometer vom Ortskern entfernt, mit Blick auf die Wachtenburg auf einem weichen Grasweg, ziehen dann einige Teilnehmer der Wanderung die Schuhe aus und genießen das neue Freiheitsgefühl. Zunächst schlägt die Kälte sich auf die Füße nieder. Deshalb heißt es: schnell los laufen. Es dauert auch nicht lange, bis die Füße dann warm werden. Weiter geht es dann auf weichem Waldboden in Richtung Hexenstein.
Kastanien und Nacktschnecken sind das größte Übel
Rapp und Jandrey können ebenso wie die Mitwanderer von den vielen Vorteilen berichten: Barfußlaufen sei gut für die Durchblutung, den Muskelapparat und das Immunsystem. Barfußlaufen ist gesund – soviel steht fest. Aber auch das Naturerlebnis, wenn die Füße aus den festen Wanderschuhen schlüpfen und den Boden ohne störende Sohle und Socke dazwischen spüren, macht etwas mit den Wanderern.
„Auf Naturwegen zu laufen, ist am angenehmsten“, weiß Rapp. Und tatsächlich: Wegabschnitte, die im weiteren Verlauf über Schotter und kleine Steinchen führen, verlangen dem Barfuß-Anfänger schon ordentlich Durchhaltevermögen ab. Da sehnt man die feuchte Wiese und den weichen Waldboden herbei. Und was sind die größten Gefahren beim Barfußwandern? „Kastanien und Nacktschnecken“, lautet die einhellige Meinung der Gruppe. Mit der gängigen Vorstellung von Glasscherben und Hundekot hatte dagegen noch niemand Probleme. Es empfiehlt sich zudem gerade am Anfang, immer ein wachsames Auge auf den Boden zu haben.
Am Anfang sei es sowieso Übungssache, das Barfußwandern. Darin sind sich Alexander Rapp und Alexander Jandrey einig. Beide sind überzeugte Barfußgänger und auch im Alltag ohne Schuhe unterwegs. „Wenn man mit Barfußwandern beginnen will, dann macht man erstmal nur eine kurze Strecke ohne Schuhe“, sagt Rapp. „Der Fuß muss ich erst daran gewöhnen. Das geht aber recht schnell und dann kann man auch längere Strecken gut ohne Schuhe laufen“, ergänzt Jandrey.
Verwunderung bei Begegnungen
„Hast du das gesehen? Das könnte ich nicht“, sagt eine Frau, die an der Gruppe vorbei läuft und zeigt auf die nackten Füße. „Warum eigentlich nicht?“, fragt sich der Barfuß-Anfänger da innerlich. Die nackten Füße zu spüren ist angenehm und die Laune in der Gruppe gut. Die Wanderer der Gruppe, die von überall her kommen, sogar aus dem Badischen, berichten von überwiegend netten Gesprächen, die sich immer mal wieder aufgrund der unbeschuhten Wanderschar ergeben. Und jeder hält es mit dem unbeschuhten Wandern anders. Einige ziehen die Schuhe gar nicht aus, andere nur ein kurzes Stück. Das kann jeder machen, wie er mag. Die Gruppengröße schwanke zwischen acht und 20 Teilnehmern, erzählen Rapp und Jandrey. Bei schönem Wetter sind es mehr – so wie bei den Touren mit Schuhen eben auch.
Info
In der Regel einmal im Monat wird eine Barfußwanderung vom PWV Landau angeboten. Diese steht allen - auch Nicht-Mitgliedern - offen und es wird eine An- und Abreise mit ÖPNV organisiert. Als nächstes ist im Mai eine Tour zur Tierauffangstation in Maßweiler angekündigt. Im Juni geht es dann auf den Felsenwanderweg. Weitere Infos und Kontakt unter www.pwv-landau.de
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