Schwarzwald
Romantik abseits des Adventstrubels: Unterwegs auf dem Engelweg im Glottertal
Besonders jetzt, in der tief verschneiten Wintermärchen-Landschaft, ist die Begegnung mit den Engeln ein romantisches Erlebnis, ganz weit weg vom großen Weihnachtsrummel.
Start am Felsenkeller in der Gemeinde Glottertal
Rund drei Kilometer ist der Weg lang, Ausgangspunkt der markierten Runde ist der Felsenkeller im Schiffweg in der Gemeinde Glottertal, nach der das beschauliche Tal im Südschwarzwald benannt ist. Es ist ein stimmungsvoller Spaziergang, bei dem der Besucher an 30 Engelstationen mit jeweils drei aus Naturmaterialien gestalteten Figuren und Skulpturen vorbeikommt. Darüber hinaus sind auch einige schöne Krippen und andere winterliche Dekorationen zu bestaunen, so etwa im Glottertäler Rebhäusle oder auch in einem alten Stolleneingang, die zum vorübergehenden und besonders hübschen Engelheim wird. Die Engel stehen aber nicht einfach nur als Fotomotive da, sondern sie teilen auch Weisheiten mit: Jede der Engelsgruppen ist mit einem schönen Spruch versehen.
Abends im Kerzenschein besonders schön
Der Weg ist immer frei zugänglich, also auch tagsüber begehbar. Eintritt wird nicht erhoben. Besonders romantisch ist eine Runde aber in der Dämmerung und abends, wenn die Stationen von Kerzenschein beleuchtet sind. Dafür sorgen Engelpaten. Tipp: Bei der abendlichen Tour eine Taschenlampe mitnehmen, um die Aphorismen lesen zu können. Wem die drei Kilometer lange Schneewanderung zu weit erscheint, der kann die Tour auch problemlos abkürzen.
Führungen und andere Veranstaltungen
An manchen Tagen gibt es eine kleine Bewirtung am Weg. Und Glottertal lockt in der Weihnachtszeit zudem mit passenden Veranstaltungen, darunter Führungen auf dem Engelweg, bei denen die kleinen und großen Teilnehmer von Geschichten und Sagen um Engel und die Region um Glottertal in den Bann gezogen werden. Eine kleine Auswahl für Kurzentschlossene:
Weihnachtslieder am „Engelweg“:
Do 22.12., 16-18.30 Uhr, Blumen Rombach, Rathausweg 10 & Kappenhof, Kandelstr. 34, in Glottertal. Die Klangfarben singen A-Cappella-Weihnachtslieder. Am Kappenhof Bewirtung von 16.30 - 18.30 Uhr durch die Akkordeon-Trachtengruppe Glottertal. Weitere Informationen:
www.die-klangfarben.de
Festliche Lichterkonzerte der Trachtenkapelle Glottertal:
So 25.12., 20-22 Uhr, und Di 27.12., 20-22 Uhr, Eichberghalle, Rathausweg 12, Glottertal. Im Lichterglanz spielen das Große Orchester der Trachtenkapelle Glottertal sowie das Bläserjugendorchester unter der Leitung von Petra Staub. Weitere Informationen: trachtenkapelle-glottertal.de
Winterparty im Weinberg unter dem Motto „Roter Bur on Fire“:
Sa 14.1.2023, ab 16 Uhr: An einen der schönsten Plätze im Weinberg laden die Glottertäler Jungwinzer zum geselligen Winterevent ein. Hoch oben im Schlossberg gibt es feine Glühweinspezialitäten, Weine, Sekt und herzhaften Imbiss. Den tollen Ausblick auf den abendlichen Breisgau gibt es gratis dazu. Weitere Informationen: Jungwinzer der Roter Bur Glottertäler Winzer eG, Telefon 07684 91091, E-Mail: info@roter-bur.de
Weitere Informationen:
- Suchen und Buchen: Tourismusbüro Glottertal, Talstr. 9, 79286 Glottertal; Tel.: 07684 226; Internet: www.glottertal.de
- Hinkommen – mit dem Auto: Autobahn A 5 bis Ausfahrt Freiburg-Nord, 12 Kilometer bis Glottertal; mit der Bahn: Fernreisezüge bis Freiburg, von dort Regionalzug bis Denzlingen, dann Linienbus 7205 nach Glottertal
- Übernachtungstipp: „Zum Kreuz“, Familie Kunz, Landstr. 14, 79286 Glottertal, Tel. 07684 206, www.zum-kreuz.de . Das Drei Sterne-Hotel mit über 300-jähriger Familientradition heißt seine Gäste unter dem Motto „Gastlichkeit mit Herz und Phantasie“ mit persönlicher und individueller Gastfreundschaft willkommen.
Kleine Engelkunde: Beschützer, Trostspender und göttlicher Bote
Engel sind wieder stark in unser Bewusstsein gerückt. Ob als Schutzengel, Berater oder Vermittler zwischen Gott und Mensch scheinen sie, wenngleich unsichtbar, doch immer präsent zu sein. Laut einer Umfrage des Allensbacher Meinungsforschungsinstitutes glaubt jeder dritte Bundesbürger daran, dass es Engel gibt, und jeder Zweite hält die Existenz seines persönlichen Schutzengels für sehr wahrscheinlich. Engel sollen „ihren“ Menschen in gefährlichen Situationen schützen, ihn durchs Leben begleiten und Trost und Mut spenden. Auch vor Gefahren sollen sie warnen. Und in der Bibel überbringen sie göttliche Botschaften.
Laut der Heiligen Schrift hat Gott die Engel uns Menschen aber vor allem zum Schutz bestimmt. Und manchmal auch, um Grenzen zu setzen. So stellte Gott zum Beispiel einen Furcht erregenden Cherub vor den Toren Edens mit einem flammenden Schwert bewaffnet ab, um eine Rückkehr der Sünder ins Paradies zu verhindern.
Seit jeher gilt die innige Beziehung zwischen Menschen und Engeln als etwas ganz Besonderes und Kostbares, geradezu als das Urbild einer ungestörten Kommunikation mit dem Jenseitigen. Viele Propheten, Dichter und Künstler berichten davon, Engel mit den Augen ihrer Seele geschaut und Botschaften von ihnen empfangen zu haben. Der berühmte Theologe und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer fühlte sich selbst noch kurz vor seinem grausamen Tod „…von guten Mächten wunderbar geborgen“ und berichtete von der wohltuenden Anwesenheit der Engel.
Ob es genug Engel für uns alle gibt? Was deren konkrete Anzahl betrifft, so gehen die Meinungen durchaus auseinander: Im 13. Jahrhundert meinte der Gelehrte Albertus Magnus noch ganze 399.920.004 Engel gezählt zu haben, auch wenn in der Offenbarung ihre Schar auf bloße „10.000 mal 10.000“ angegeben wird. Da wollen wir doch lieber jenen Glauben schenken, die behaupten, es kämen jeweils 99 Engel auf einen Menschen.
Der Begriff „Engel“ kommt vom griechischen „Angelos“, das „Bote“ bedeutet – gemeint ist vor allem der Bote der Göttlichkeit. Engel gelten als Mittler zwischen Himmel und Erde. Sie verkünden die Botschaften Gottes und preisen seine Herrlichkeit. So berichtet die Bibel vom Erzengel Gabriel, der dem Priester Zacharias erschien, um ihm mitzuteilen, dass seine Frau Elisabeth bald einen Sohn bekommen werde, den er Johannes nennen solle. Bald danach sandte Gott den Engel zu Elisabeth, um ihr die Geburt ihres Sohnes anzukündigen.
Besonders in den Wochen rund um Weihnachten treten die Engel verstärkt in das Bewusstsein der Menschen. Man erinnert sich an Christi Geburt und damit eng verbunden an den Engel, der zu den Hirten sprach: „Fürchtet euch nicht! Ich verkünde euch eine große Freude, die allen Menschen zuteil werden soll. Heute ist in Bethlehem der Heiland geboren, Christus, der Herr“. Und laut Überlieferung schwebten Heerscharen von Engeln zur Erde herab, die Gott lobten, priesen und sangen: „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind“.
