Klassik / Crossover Phänomen, Magier, Rebell: Nigel Kennedy beim Limburg-Sommer
Enfant terrible, Exzentriker, Paradiesvogel: Für das Phänomen Nigel Kennedy hat die Musikkritik seit über vier Jahrzehnten viele Beschreibungen parat. Einig ist man sich in der Hauptsache: Der mittlerweile 68-jährige Brite ist einer der begnadetsten Musiker der Gegenwart.
Der Weltstar, der gerne in T-Shirt, zerschlissenen Jeans und mit Punk-Frisur Bach und Beethoven oder Peter Gabriel und Jimi Hendrix huldigt wie kein Zweiter, kommt nicht allein. Er bringt Beata Urbanek-Kalinowska mit, Cellistin und Professorin für Kammermusik an der Musikakademie Krakau. Das Gastspiel der beiden ist ein Höhepunkt des mit Hochkarätern gespickten Sommer-Festivals in der Klosterruine Limburg - da sind unter anderem noch Corvus Corax (5.7.), Thomas Siffling mit den Soul-Jazz All-Stars (18.7.), Singer-Songwriter und Saxophonist Curtis Stigers (19.7., alle 20 Uhr) oder die Rosevalley Sisters mit der Bluenote Bigband (20.7., 19.30 Uhr) in der Pipeline, Auftritte von Chako Habekost und Serdar Karibik sind bereits ausverkauft.
Was genau Kennedy und Urbanek spielen werden, haben die Veranstalter nicht mitgeteilt. Jüngste Youtube-Videos und Programmankündigungen andernorts lassen mutmaßen, dass sie ihr Programm „Heart & Soul“ mitbringen werden, das Klassisches von Bach und Händel verbindet mit Stücken des Jazz-Geigers Stéphane Grappelli oder von Ryoichi Sakamoto wie „Tong Poo“ oder „Merry Christmas, Mr. Lawrence“ aus dem gleichnamigen Film. Sicher werden viele Lieblingsstücke aus Kennedys überreichem Repertoire und eigene Kompositionen erklingen. Möglicherweise wird er auch am Flügel Platz nehmen und seine bemerkenswerten Fähigkeiten als Pianist unter Beweis stellen. Die ihm eigene Mischung aus Lockerheit und Professionalität garantiert in jedem Fall musikalischen Hochgenuss und beste Unterhaltung.
Kennedy hat wie kaum ein anderer Genre-Grenzen niedergerissen und für klassische Musik breite Hörerschichten neu erschlossen. Seine Aufnahme von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ wurde zwei Millionen Mal verkauft. Zuletzt hat er sein erstes Violinkonzert „Für Ludwig Van“, eine Huldigung an Beethoven, vorgelegt. 2022 erschien seine Autobiografie „Mein rebellisches Leben“.
Info
Nigel Kennedy/Beata Urbanek-Kalinowska: Sa12.7., 20 Uhr, Bad Dürkheim, Klosterruine Limburg, Tickets: reservix.de
