Von 4. bis 7. Juni Chai: Festival für jüdische Musik und Kultur in Speyer
Der Schofar erschallt. Nicht etwa, um die Mauern Jerichos zum Einsturz zu bringen, sondern um in Speyer „Chai“ zu feiern, das Leben. Unter diesem hebräischen Titel ist von 4. bis 7. Juni im mittelalterlichen Judenhof ein neues Festival jüdischer Kultur zu erleben. Der Schofar, die gewundene Hallposaune aus Naturhorn, wird von Yael Gat geblasen: Am Donnerstag, 4. Juni, will die in Haifa geborene Sängerin und Trompeterin zusammen mit ihrem Trio Folkadu und dem iranischen Multiinstrumentalisten Yaser Bayat eine musikalische Brücke schlagen zwischen Israel und Persien.
Als Konzert „zwischen Liederabend und Revolution“ wird der Auftritt des Sängers, Dichters und „Anarcho-Barden“ Daniel Kahn am Freitag, 5. Juni, angekündigt. In ihrem Programm „Shtoltse Lider“ erinnern Ida Gillner und Livet Nord aus Schweden an vergessene jiddische Dichterinnen (Samstag, 6. Juni). Den Beitrag jüdischer Autoren zur deutschen Literatur – von Heinrich Heine über Franz Kafka und Joseph Roth bis Nelly Sachs – würdigen am Sonntag, 7. Juni, Rezitator Hans-Jürgen Herschel und Saxophonist Lömsch Lehmann.
Alle Konzerte beginnen um 19.30 Uhr und sind als Open Airs geplant. Bei Regen weicht man in den Alten Stadtsaal oder den Historischen Ratssaal aus. Tickets gibt es über Reservix.
Der Judenhof mit der Ruine der mittelalterlichen Synagoge und der gut erhaltenen Mikwe des 12. Jahrhunderts gehört zu den „Schum“-Stätten in Speyer, Worms und Mainz und damit zum Weltkulturerbe der Unesco. Entsprechend wird auch hier am 7. Juni der Welterbetag begangen, von 10 bis 18 Uhr bei freiem Eintritt und mit kostenlosen Führungen.
