Sommelier-Trophy Bester Sommelier Deutschlands aus dem Rheingau – Finale in Neustadt mit Janina Huber

Beim Finale der Trophy im Saalbau in Neustadt: Florian Richter ist „bester Sommelier Deutschlands“ .
Beim Finale der Trophy im Saalbau in Neustadt: Florian Richter ist »bester Sommelier Deutschlands« .

Ein goldener Konfettiregen fiel auf den Sieger mit der Trophäe in der Hand herab: Florian Richter, der Maitre- und Headsommelier vom Hotel-Restaurant „Kronenschlösschen“ in Eltville-Hattenheim, darf sich „Bester Sommelier Deutschlands“ nennen.

Richter hat das von der ehemaligen deutschen Weinkönigin Janina Huber aus Bad Dürkheim moderierte Finale der siebten Sommelier-Trophy im Neustadter Saalbau für sich entschieden. Der 36 Jahre alte und gebürtige Oberpfälzer aus Sulzbach-Rosenberg konnte das aufregende Finale durch eine souveräne Leistung für sich entscheiden. „Es war eine sehr knappe Entscheidung auf einem sehr hohen Niveau der Finalisten“, verriet Yvonne Heistermann, die neue Präsidentin der Sommelier-Union Deutschland. Auch für den Gewinner war es bis zum Schluss spannend: „Mir fiel schon ein Stein vom Herzen, als ich meinen Namen gehört habe“, sagte Richter. „Auch wenn ich schon sehr viele Wettbewerbe bestritten habe, war ich diesmal sehr nervös. Man musste sich schon selbst zusammennehmen, um Ruhe zu bewahren, fokussiert und konzentriert zu bleiben.“ Richter zeigte sich am Ende auch erleichtert: „Ich hatte schon das Gefühl, die bestmögliche Leistung abgerufen zu haben. Wenn es nicht gereicht hätte, dann wäre das für mich auch okay gewesen“, so Richter, der sich bei seinen Kolleginnen und Kollegen im Finale für den fairen Wettstreit bedankte.

Facettenreicher und anspruchsvoller Wettbewerb

Mit einem Glas Champagner stieß er dann mit den Finalisten auf seinen Erfolg an. „Wow, was für ein unglaubliches Gefühl. Die intensive Vorbereitung hat sich gelohnt. Ich bin stolz auf das, was wir alle heute im Finale gezeigt haben“, befand Florian Richter. Der Wettbewerb sei wahnsinnig anspruchsvoll, weil er so facettenreich sei. „Es muss eine hohe Serviceleistung abgerufen werden, und parallel dazu werden Drinks gemixt und Weine auf den Punkt präsentiert. Hinzu kommen allerlei Spezialthemen wie Spirituosen, Tees, Zigarren oder Käse.“ Das zeige das breite Spektrum an Themen, mit dem Sommeliers sich beschäftigen. „Es ist ein toller Beruf, der niemals langweilig wird“, schwärmt der frischgebackene beste Sommelier der Republik. „Egal, ob man im Restaurant, im Handel oder in der Beratung tätig ist!“ Der Maitre und Headsommelier galt als einer der Favoriten. Seit zehn Jahren leitet er das Gourmet- und Weinfestival im Hotel Kronenschlösschen in Eltville im Rheingau. Er gibt sich trotzdem bescheiden: „Es waren sicherlich nur Nuancen, die vielleicht den Unterschied ausgemacht haben.“

Im Gespräch mit der RHEINPFALZ verriet er, wie er als Bub, der in einer Region aufwuchs, „wo es alle drei Kilometer eine Brauerei gab“, zum Wein fand. „Meine Noten auf der Schule waren nicht gut, und ohne Abschluss auf dem Gymnasium war meine Zukunft offen“, erzählt er. Seine Mutter habe daraufhin gefragt: „Junge, willst du nicht in die Gastronomie?“ Das Fach habe ihm immer gut gefallen, „deshalb habe ich mich entschlossen, mich zum Sommelier weiterzubilden. Man muss seinen eigenen Weg finden“.

„Jahre darauf hingearbeitet“

Er hat seinen mit Erfolg beschritten: Schon vor zehn Jahren wurde er zum Nachwuchs-Sommelier des Jahres gekürt. Und jetzt zum Sommelier des Jahres. „Jetzt habe ich endlich was in der Hand, worauf ich Jahre hingearbeitet habe“, erklärte er mit einem Augenzwinkern. Und auf die Frage, ob er Deutschland bei der Europameisterschaft vertreten wird, antwortete er schmunzelnd: „Da muss ich erst meine Frau fragen.“ Der gelernte Hotelfachmann ist Nachfolger von Sebastian Russold aus Köln, der die Sommelier-Trophy vor zwei Jahren gewann und diesmal in der Jury saß.

Die Sommelier-Union Deutschland kürt im Rahmen der Sommelier-Trophy alle zwei Jahre den „Besten Sommelier Deutschlands“. Bereits zum dritten Mal war das Finale in Neustadt. In diesem Jahr trat Florian Richter gegen den zweitplatzierten Julien Alsoufi, Sommelier bei der BASF Gastronomie GmbH in Ludwigshafen, und gegen die drittplatzierten Angelika Grundler (Geschäftsleitung im Landgasthof Paradies in Frickingen am Bodensee) an. Die drei Finalisten setzten sich zuvor im Halbfinale im Deidesheimer Weingut von Winning gegen Katharina Iglesias (Sommelière in der Winebank Hamburg), Vanessa Lieser (Sommelière im Golfresort der Öschberghof in Donaueschingen) und Philipp Störmer (Filialleiter bei Ludwig von Kapff in Hamburg) durch. Richter und Alsoufi gehörten schon vor zwei Jahren ebenfalls zu den sechs Platzierten für die Endausscheidung, kamen aber damals nicht über das Halbfinale hinaus, für das sie sich dank herausragender Leistungen bei Vorentscheiden in Hamburg, Köln und München durchgesetzt hatten.

Im Saalbau verfolgten rund 200 Gäste den insgesamt dreistündigen Genuss-Marathon, der mit dem Sieg von Florian Richter endete. Das Publikum durfte mitfiebern: Auch in diesem Jahr hatte die Jury einige knifflige Aufgaben für die Kontrahenten vorbereitet.

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