Wissensdurst Weintipp RHEINPFALZ Plus Artikel Weintipp: Portugieser anders interpretiert

Der Portugieser vom Weingut Rings ist unkompliziert aber nicht banal.
Der Portugieser vom Weingut Rings ist unkompliziert aber nicht banal.

Der Portugieser wird manchmal unterschätzt. Das Pfälzer Weingut Rings zeigt mit seinem Wein eine andere Seite: Frische und Leichtigkeit aber gleichzeitig Tiefe und Spannung.

Portugieser ist eine dieser Rebsorten, die man zu kennen glaubt und die genau deshalb oft unterschätzt wird. Leicht, unkompliziert, vielleicht sogar ein bisschen belanglos? Dieses Bild hält sich hartnäckig. Dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Oder besser: genauer hinzuschmecken.

Portugieser hat Schwerpunkt in der Pfalz

Schon der Name führt in die Irre. Viele vermuten den Ursprung der Sorte in Portugal, doch das ist ein Mythos. Heute geht man davon aus, dass der Portugieser aus dem Nordosten des heutigen Sloweniens stammt. In Deutschland hingegen hat er eine lange Tradition und ist mittlerweile die drittwichtigste Rotweinsorte. Sein Schwerpunkt liegt klar in der Pfalz – einer Region, in der er jahrzehntelang vor allem für unkomplizierte Alltagsweine, Rosé und Weißherbst genutzt wurde.

Dabei bringt der Portugieser spannende Eigenschaften mit: eine helle, rubinrote Farbe, eine weiche, zurückhaltende Tanninstruktur, geringe Boden- und Lagenansprüche sowie frühe Reife bei zuverlässigen Erträgen. Alles Eigenschaften, die ihn lange in eine eher einfache Stilistik gedrängt haben. Doch genau hier liegt sein unterschätztes Potenzial: Gibt man der Sorte Zeit, Ertragsreduktion und Aufmerksamkeit, kann sie deutlich mehr zeigen.

Ein Betrieb, der das eindrucksvoll beweist, ist das Weingut Rings. In der Pfalz kommt man an den Brüdern Andi und Steffen Rings kaum vorbei. In den vergangenen Jahren haben sie Maßstäbe gesetzt und gehören heute zur Spitze der Pfälzer Weingüter im High-End-Bereich. Ihre Weine sind geprägt von einer klaren Handschrift: straight, präzise, elegant, mit Fokus auf Struktur und Mineralität ohne Effekthascherei. Der Sand & Kiesel ist ihre Interpretation des Portugiesers.

Frischer, leichter Wein mit Tiefe

Die Trauben stammen aus alten Rebanlagen mit bis zu 60 Jahren Stockalter. Vergoren wird spontan, mit ganzen Trauben. Der Ausbau erfolgt über 18 Monate im Beton-Ei und in der Amphore, ganz ohne Filtration. Das Ergebnis ist ein Wein, der die typische Frische und Leichtigkeit der Rebsorte bewahrt, ihr aber gleichzeitig Tiefe, Spannung und Struktur verleiht.

In der Nase zeigen sich dunkle Beeren, begleitet von würzigen Noten nach Pfeffer und Nelke, dazu feine, erdige Anklänge. Am Gaumen wirkt der Wein frisch, lebendig und animierend, mit saftigem Trinkfluss und klarer Linie.

Stellen Sie sich dazu eine saftige Pizza vor, mit guter Tomatensauce, etwas Würze, knusprigem Rand. Genau hier fühlt sich dieser Portugieser zu Hause. Unkompliziert im besten Sinne, aber alles andere als banal.

Also: Freunde oder Familie einladen, eine Flasche Sand & Kiesel, die Lieblingspizza und schon holt man sich ein bisschen Urlaubsgefühl nach Hause. Auch im Winter. Und ganz entspannt hier bei uns in der Pfalz.

Erhältlich ist der 2023er Sand & Kiesel ab Hof für 18€.

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Wer nicht lesen will, kann hören: Sie wollten schon immer wissen, wie man die vielen Flaschen Wein, die man zu Hause hat, am besten lagert? Oder welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Rebsorten gibt? Dann sind Sie hier genau richtig: In unserem kostenlosen Podcast "Wissensdurst" löchern Vanessa Betz und Rebecca Singer die Weinexpertin Janina Huber mit Fragen rund um das Thema Wein.  

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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