Offenbach
Was kommt in den Kitas und Schulen der Region auf die Teller?
Ein Kindergarten, in dem es jeden Mittag Spaghetti, Pommes oder Pizza gibt. Das wäre wohl für viele Kinder ein Traum. Aus Sicht der meisten Eltern jedoch eher nicht. Frank Westermann von „Rebmanns Bistro & Catering“ muss jeden Tag einen Kompromiss zwischen genau diesen beiden Polen finden. Er und seine Geschäftspartnerin Sonja Steiger beliefern mit ihrem Catering-Betrieb 15 Kitas und sieben Schulen rund um Landau und den Kreis Südliche Weinstraße.
Insgesamt fahren drei Busse täglich rund 900 Mittagessen aus. Zubereitet wird das alles seit November 2023 in Offenbach an der Queich (Kreis Südliche Weinstraße), dem neuen Firmensitz von Rebmanns Bistro & Catering. Außer der 200 Quadratmeter großen Küche gibt es dort auch ein Bistro mit täglich wechselndem Mittagstisch.
Obst statt Pudding
Dieser wird laut Westermann sehr gut angenommen, der Fokus liege aber weiterhin auf dem Kita- und Schulessen. Und da gibt es einiges zu beachten, wie er erklärt. Zum Beispiel darf das Essen für die Kinder nicht zu gewürzt sein. Außerdem soll es zuckerarm, abwechslungsreich und möglichst frisch zubereitet sein.
Diese Kriterien setzt er an, wenn er sich mit seinen zwei Köchen an den wöchentlichen Speiseplan setzt. Montags gibt es ausschließlich ein vegetarisches Gericht, donnerstags Fisch. Die Nachspeise enthält oft frisches Obst. Was hingegen auf dem Plan fehlt, ist Schweinefleisch. „Das machen wir nur noch ganz selten, weil viele Kinder aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch essen“, sagt der Geschäftsführer.
Zudem gibt es an jedem Tag außer dem Gericht mit Fleisch auch eine vegetarische Alternative. Dasselbe gilt für Produkte, die Gluten oder Laktose enthalten. Solche Unverträglichkeiten seien jedoch die Ausnahme.
Essen wird ab April teurer
Die größte Herausforderung ist es laut Westermann, einen Kompromiss zwischen den Wünschen der Kinder und den Eltern zu finden. „Die Kinder hätten am liebsten jeden Tag Pommes und Spaghetti“, sagt er. Bei den Eltern sieht das etwas anders aus: „Das Essen soll immer regional, bio und saisonal sein – aber kosten darf es auch nichts.“
Das sei jedoch nicht machbar. Im Gegenteil: Angesichts der gestiegenen Kosten für Lebensmittel, Energie und Sprit werden die Preise ab April um 50 Cent pro Gericht erhöht, wie Westermann verrät. Dann kostet ein Schulessen pro Person 4,55 Euro. Ein Kitaessen ist zehn Cent günstiger, weil die Portionen etwas kleiner sind.
„Wir müssen einen Teil der Kosten umlegen, um kostendeckend arbeiten zu können“, erklärt der Landauer die Erhöhung. Spritkosten habe er beispielsweise rund 2000 Euro im Monat, hinzu komme der Lohn für die neun Mitarbeiter. „Vielen ist nicht bewusst, was in den 4,55 Euro alles drin ist“, so Westermann.
Auf der anderen Seite muss Kita- und Schulessen für alle bezahlbar sein. Immerhin gibt es immer mehr Eltern, die auf diesen Service angewiesen sind. Das betont auch das rheinland-pfälzische Bildungsministerium. Eine Sprecherin verweist dabei auf einen freiwilligen Sozialfonds, mit dem das Land die Träger der Kitas und Schulen mit je 250.000 Euro unterstützt. Damit soll gewährleistet werden, dass kein Kind aus finanziellen Gründen auf das Mittagessen verzichten muss.
Seit 15 Jahren im Geschäft
Wie gesund und nachhaltig das servierte Essen am Ende ist, darauf hat das Ministerium jedoch wiederum keinen Einfluss. Welche Anforderungen sie an das gelieferte Mittagessen stellen, entscheiden die jeweils zuständigen Träger der Kitas und Schulen. Dabei orientieren sie sich üblicherweise an den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), auf die auch das Ministerium verweist. Dort werden die DGE-Kriterien in etwa so zusammen gefasst: Damit das Essen gut ankommt, soll es lecker, ausgewogen und nachhaltig sein.
Das sind auch die Richtlinien, an denen sich Westermann mit seinem Catering-Betrieb orientiert – und das offensichtlich mit Erfolg. Immerhin beliefert die Firma bereits seit 15 Jahren die Schulen und Kitas der Region mit Essen. Vor dem Umzug nach Offenbach war die Küche angeschlossen an das Hotel und Restaurant Rebmann in Leinsweiler (Kreis Südliche Weinstraße). Nach dem Tod des Besitzers René Rebmann wurde das Restaurant verkauft und der Catering-Betrieb im Juli 2023 von Steiger und Westermann übernommen.
Die offizielle Eröffnung am neuen Standort in Offenbach war im Januar. „Mittlerweile sind wir hier gut angekommen“, sagt Westermann. Nach einem Heringsessen am Aschermittwoch steht dort als Nächstes ein Osterbrunch an.