Kaiserslautern
Warum die Kaiserslauterer Oberbürgermeisterin das Westpfalz-Klinikum kritisiert
Von den Plänen der Geschäftsführung des Westpfalz-Klinikums, die Zentralküche zu schließen, waren nicht nur Beschäftigte und Aufsichtsratsmitglieder überrascht, sondern auch die Politik. Die Kaiserslauterer Oberbürgermeisterin Beate Kimmel (SPD) übt deutliche Kritik.Eigenen Angaben nach war die oberste Vertreterin der Stadt über die Schließungspläne, die am Donnerstag öffentlich bekannt wurden, nicht informiert. Immerhin ist das größte Krankenhaus der Westpfalz in kommunaler Trägerschaft – es gehört zu 60 Prozent der Stadt Kaiserslautern. Weitere Gesellschafter sind der Kreis Kusel mit 25 Prozent und der Donnersbergkreis mit 15 Prozent Anteil.
Kimmel: „Keine Hinweise auf Schließung“
„Aktuell hatte ich keinerlei Hinweise“ auf die Schließung, sagte Kimmel am Freitag. Sie habe mit Betroffenheit davon gehört und hoffe, dass das Sanierungsgutachten der Beraterfirma FTI Andersch tragfähig ist. „Ich hätte mir eine Information der Betroffenen vor einer öffentlichen Berichterstattung gewünscht“, sagte sie.
Das Klinikum musste im vergangenen Jahr vor der Insolvenz gerettet werden. Bis 2027 waren mehr als 80 Millionen Euro zu decken: Bankenkredite machen 17,6 Millionen Euro aus, den Rest zahlen die klammen Kommunen als Eigentümer. Eine Maßnahme, Ausgaben einzusparen, ist nun die für April 2026 vorgesehene Schließung der Krankenhausküche in Kaiserslautern, die die anderen drei Häuser in Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen mit versorgt. Die 130 Beschäftigten sollen nicht alle ihren Arbeitsplatz verlieren, hieß es.
Ein Krankenhaus opfern?
Zur aktuellen wirtschaftlichen Lage des Klinikums war aber auch von der Stadt Kaiserslautern am Freitag nichts zu erfahren. Michael Krauß, Patientenfürsprecher am Klinikum und SPD-Stadtratsmitglied in Kaiserslautern, kritisierte, statt am Essen zu sparen, sollte man überlegen, „ob sich das Klinikum vier Standorte so nah beieinander leisten kann“. Dazu sagte Rainer Guth (parteilos), Landrat des Donnersbergkreises: „Eine Standortschließung in Kirchheimbolanden stand und steht nicht zur Diskussion.“ Kommende Woche sei Spatenstich für den Erweiterungsbau dort. Die Stärkung des Standorts Kirchheimbolanden sei Teil des Sanierungskonzepts. Der Kuseler Landrat Otto Rubly (CDU) unterstrich diese Position.
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