Pfalz
Viel zu warm und mit Gewitter: So außergewöhnlich war das Oktober-Wetter
Das derzeit gültige Klima-Mittel aus den Jahren 1991 bis 2020 liegt für den Oktober bei rund 10 Grad. Doch im vergangenen Monat lag die Temperatur um rund vier Grad höher, es war also weit überdurchschnittlich warm. Am wärmsten war es dabei im Monatsdurchschnitt mit 14,7 Grad (Bad Bergzabern) in der Südpfalz, dicht gefolgt von der Vorderpfalz mit 14,4 Grad (Speyer). In der West- und in der Nordpfalz wurden etwas kühlere 13,3 Grad als Monatsmittelwert verzeichnet. Selbst an der Wetterstation auf der 673 Meter hohen Kalmit wurden 12,9 Grad ermittelt.
Frostige -7,3 Grad im Jahr 1908
Der zuvor pfalzweit mildeste Oktober hatte es 2001 auf 13,8 Grad in der Südpfalz gebracht. Negativer Spitzenreiter bleibt im Temperatur-Mittel mit Abstand der Oktober 1905: Damals lag die Mitteltemperatur bei 5,0 Grad. Der Pfälzer Spitzenwert für diesen Oktober wurde mit 26 Grad am 29. Oktober in Kaiserslautern gemessen. Von dort stammt auch die bislang tiefste Oktober-Temperatur: Frostige -7,3 Grad am 24. Oktober 1908. Die in der Pfalz jemals gemessene höchste Oktober-Temperatur stammt mit 28,0 Grad vom 4. Oktober 1985 in Bad Dürkheim.
Bemerkenswert ist für den Wetter-Fachmann Müller, dass es in diesem Jahr in den Niederungen noch keinen Herbststurm gab. Dafür kam es am 24. Oktober in der Südpfalz am Rhein entlang zu einem Gewitter mit kräftigen Regengüssen – ein für die Jahreszeit außergewöhnliches Ereignis, denn die übliche Gewittersaison in der Pfalz beginnt im Mai und endet im September. Ungewöhnlich war zudem die stabile Hochdrucklage gerade zum Ende des Monats hin, als zwischen einem Tief über den Britischen Inseln und einem Hoch über dem Balkan warme und mit Saharastaub angereicherte Luft auch in die Pfalz gelangte. Der für die Jahreszeit übliche Nebel oder zähe Hochnebel konnte sich durch den lebhaften Wind dabei kaum ausbilden, sodass es tagsüber überall in der Pfalz heiter und freundlich wurde.
Wie es jetzt weitergeht
Bleibt die Frage, wie es nun weitergeht – und ob es schon bald so kalt wird, dass die Pfälzer trotz Energiekrise kräftig heizen müssen. Die Klima-Palatina-Experten haben die Computermodelle intensiv analysiert und sagen: Nach dem Durchzug eines Regengebietes Mitte nächster Woche dürfte sich ab dem 11. November und zur Monatsmitte hin recht stabiler Hochdruck-Einfluss einstellen. Das bedeutet: überwiegend trockene und ruhige Herbstwitterung mit weiterhin milden Temperaturen. Ein frühzeitiger Wintereinbruch mit Schnee oder gar Dauerfrost ist somit bis auf Weiteres nicht in Sicht.