Kaiserslautern
Verstoß gegen Tierschutz: Veterinäre finden Mängel in Schlachthof
Erst nach Eingang dieser Stellungnahme werde die Justiz über einen möglichen Anfangsverdacht wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz entscheiden, teilte die Anklagebehörde am Donnerstag mit. Das Veterinäramt der Kreisverwaltung Kaiserslautern sei ebenfalls mit dem Fall befasst, hieß es. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor ein Ergebnis „im Lauf dieser Woche“ angekündigt.
Auf RHEINPFALZ-Anfrage teilte die Kreisverwaltung mit, dass in der Pferdemetzgerei keine Pferde, Rinder und Schweine geschlachtet werden dürfen, bis sichergestellt sei, dass die Vorgaben der Tierschutz-Schlachtordnung und des Tierschutzgesetzes eingehalten würden. Demnach hatte das Veterinäramt bei einer Kontrolle des Schlachthofes am 17. November vor Ort erhebliche Mängel festgestellt. Das Verbot bleibe in Kraft, bis der Schlachthofbetreiber „die ordnungsgemäßen Zustände herstellt und dies der Kreisverwaltung zur Überprüfung meldet“. Die reine Fleischverarbeitung ist davon nicht betroffen.
„Fast das Herz herausgerissen“
Gegen das Traditionsunternehmen gibt es Tierquälerei-Vorwürfe, die sich auf Videos stützen, die Tierrechtler angefertigt haben und die den Schlachtbetrieb über den Verlauf von fünf Wochen dokumentieren sollen. Das Material sei noch nicht vollständig gesichtet, so die Kreisverwaltung.
Dirk Habermann, Geschäftsführer des nach eigenen Angaben 70 Mitarbeiter zählenden Betriebs, äußerte sich trotz mehrfacher Anfrage nicht zu den Vorwürfen. Ganz im Gegensatz zu Helmut Härting. „Die Aufnahmen haben mir fast das Herz herausgerissen“, sagt der 74-Jährige, Sohn des ehemaligen Metzgerei-Inhabers Hans Härting. Und betont zugleich, dass die Familie Härting nichts mehr mit der Firma zu tun habe. Man habe sie vor rund 40 Jahren an den Vater des heutigen Geschäftsführers verkauft – und den Namen gleich mit.