Landau Reptilium wartet auf 80.000-Euro-Hilfe

Löwin Lea bescherte dem Reptilium Medienrummel, aber keine Einnahmen.
Löwin Lea bescherte dem Reptilium Medienrummel, aber keine Einnahmen.
Eintrittsgelder fehlen überall: auch im Zoo Landau (rechts).
Eintrittsgelder fehlen überall: auch im Zoo Landau (rechts).

Nach der Finanzhilfe für den größten Tierpark in Rheinland-Pfalz in Neuwied gerät nun das Reptilium in Landau in den Blickpunkt. „Sollten die Zahlungen weiter ausbleiben, droht uns die Insolvenz Ende Januar“, sagte Reptilium-Chef Uwe Wünstel. Und wie steht es um den Landauer Zoo?

Der Terrarien- und Wüstenzoo im Landauer Industriegebiet wartet laut Leiter Wünstel noch auf staatliche Hilfe in Höhe von 80.000 Euro, die sich aus einem noch nicht ausgezahlten Teil der Novemberhilfe und der kompletten Dezemberhilfe zusammensetzt. Sollte das Unternehmen diese Summe nicht bis Ende des Monats bekommen, würde es Probleme mit der Liquidität bekommen und könne seine Rechnungen nicht mehr bezahlen, so Wünstel. Der Reptilium-Leiter rechnet allerdings mit dem Eingang der Hilfen in den nächsten ein bis zwei Wochen. Sollte sich die Auszahlung verspäten, will Wünstel prüfen, ob es möglich ist, den Insolvenzantrag „nach hinten zu verschieben“.

Kein Kapital aus „Lea“ geschlagen

Kein Kapital aus „Lea“ Das Reptilium hatte im vergangenen Jahr einen großen Medienrummel erlebt, als ein Löwenbaby dort nach einem Verkehrsunfall eine Notunterkunft fand. Laut Wünstel hat sein Unternehmen aus „Lea“ aber kein Kapital geschlagen; für Drehaufnahmen mit der anfangs knapp acht Wochen alten Raubkatze lagen zwar Angebote über 10.000 Euro vor – aus Tierschutzgründen hatte das Veterinäramt dies jedoch untersagt. Löwin Lea geht es nach Auskunft von Wünstel prächtig bei ihrem Käufer, einem Privatzoo in Katalonien. Sie habe aktuell die 50-Kilogramm-Marke geknackt.

Auch im Zoo Landau fehlen Eintrittsgelder

Auch dem Landauer Zoo fehlen natürlich die Einnahmen aus den Besuchereintritten. Dass der Zoo insolvent wird, sei eher nicht zu befürchten, sagt Zoo-Direktor Jens-Ove Heckel. Der Tierpark sei als kommunale Einrichtung quasi „ein Amt der Stadtverwaltung“. Der Zoo ist eine Freiwillige Leistung der Stadt Landau, es gelte „höchste Sparsamkeit“. Die Zuschüsse der Stadt seien bei 55 Prozent „gedeckelt“, diesen Betrag habe man nie überschritten.

Zoos und Tiergärten in Rheinland-Pfalz sind seit November 2020 geschlossen. Auch im ersten Lockdown mussten sie wochenlang zubleiben. Der Zoo Neuwied war ebenfalls wegen fehlender Einnahmen in Finanznöte geraten. Hunderte Spender haben den Tierpark jetzt gerettet. 250.000 Euro kamen binnen kurzer Zeit zusammen. Der Zoo mit 1800 Tieren und 80 Mitarbeitern soll aus Landes- und Bundesmitteln zusätzlich mit insgesamt gut 150.000 Euro unterstützt werden.