Pfalz Pfalz: Fahrlehrer beklagen Manipulationen bei theoretischer Führerscheinprüfung

Die theoretische Führerscheinprüfung wird inzwischen am PC abgelegt. Foto: dpa
Die theoretische Führerscheinprüfung wird inzwischen am PC abgelegt.

Auch in Rheinland-Pfalz werden immer mehr Manipulationen bei der theoretischen Führerscheinprüfung aufgedeckt. Oft wird dabei mit Hightech-Mitteln wie Mini-Kamera und Spionagekopfhörer gemogelt. 2016 wurden in Rheinland-Pfalz 13 Manipulationen bei der Theorieprüfung festgestellt, 2017 waren es 18, in diesem Jahr sind es bereits 65 Fälle. Für Jörg Wehrfritz, Leiter der Technischen Prüfstelle für den Kraftfahrzeugverkehr Rheinland-Pfalz in Mainz, ist das jedoch nur die Spitze des Eisbergs: „Wir gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.“ Die vom Tüv betriebene Prüfstelle ist in Rheinland-Pfalz für die Durchführung der theoretischen wie praktischen Führerscheinprüfung zuständig.

Mit diesen Methoden wird geschummelt



Wie manipuliert wird, schilderte der Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Pfalz, Norbert Wagner, am Donnerstag so: „Der Bewerber ist mit technischen Hilfsmitteln (Kamera und Knopf im Ohr oder Vibrationsalarm am Körper) ausgestattet, filmt die Theorieprüfung und lässt sich per Funk oder Handy-Verbindung von außen helfen (etwa 70 bis 90 Prozent der Fälle). Oder der Bewerber kommt nicht selbst zur Prüfung, sondern schickt einen ,Stellvertreter’, der die Prüfung für ihn ablegt.“

Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit



Zu den Motiven der Prüfungsbetrüger sagte Wagner: Dabei spielten Bequemlichkeit, mangelnde Kenntnisse oder vielleicht auch Eignung, dazu ein anderes Rechtsverständnis und Sprachbarrieren trotz angebotener zwölf Fremdsprachen eine Rolle.
Die Manipulation haben nach Ansicht des Fahrlehrerverbandes Pfalz Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit: Denn damit werde die Fahrerlaubnis ohne ausreichende Kenntnisse der Verkehrsvorschriften erworben.


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