Pfalz
Pfälzer siegen beim Landesentscheid von „Jugend forscht“
Seit Donnerstag stehen die Landessieger fest. „Um die Probleme von morgen zu lösen, brauchen wir junge, frische Ideen“, sagte BASF-Vorstandsmitglied Michael Heinz als Schirmherr des Landesentscheids. Ideen, wie sie alle 33 qualifizierten Wettbewerbsbeiträge von 41 Jungforschern repräsentierten.
Fabrikschornsteine als Energielieferanten?
So wie das Projekt von Negin Moghiseh vom Heinrich-Heine-Gymnasium aus Kaiserslautern, die zwar am Ende nicht Landessiegerin wurde, aber dennoch viel Spaß hatte. „Energy Harvesting – Energie aus der Luft“, hat die 17-Jährige, die es schon vor zwei Jahren bis zum Landesentscheid gebracht hatte, ihren Beitrag überschrieben.
„Kurz gesagt, geht es darum, Energie aus der Atmosphäre zu ,ernten’“, erklärt sie. So könnten elektromagnetische Wellen die Energieträger der Zukunft sein. Dafür hat die 17-Jährige einen Radioempfänger gebaut, der seinen Strom lediglich aus dieser Energiequelle bezieht. Außerdem berechnete sie die atmosphärische Elektrizität. „Diese könnte man mit einer Antenne einfangen und damit einen Korona-Motor betreiben, der sie wiederum in mechanische Energie umwandelt“, so ihr Vorschlag, mit dem sie sich bei der Jury vorstellte. So könnten beispielsweise Fabrikschornsteine zu Energielieferanten werden.
Mit Brennnesseln Pflanzen schützen
David Sauer aus Speyer, der im Bereich Biologie als Landessieger hervorging, befasste sich mit einer neuen Generation von Herbiziden. Er arbeite seit vier Jahren an dem Projekt, verriet der 17-Jährige vom Gymnasium am Kaiserdom, der bereits bewiesen hat, dass Brennnesseljauche sich als Insektenschutz eignet. Nun hat er daraus die Komponenten isoliert, die tatsächlich die Pflanzen umweltverträglich schützen. „Ich habe dafür unter anderem am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg geforscht.“ Mit der reinen Präsentation der Wettbewerbsergebnisse über eine Internetplattform habe er sich arrangiert. „Aber der Austausch wäre natürlich direkter, wenn man sich mit den anderen Teilnehmern unterhalten könnte.“
Erkrankungen von Weinblättern per App erkennen
Das würde auch Mario Schweikert vom Leibniz-Gymnasium aus Neustadt begrüßen. Immerhin hatte er sich gemeinsam mit seiner Partnerin Maria-Theresa Licka im Bereich Mathematik/Informatik ganz besonders ins Zeug gelegt und sich gleich mit zwei Projekten für den Landeswettbewerb qualifiziert. So entwickelten die beiden 17-jährigen zum einen eine Smartphone-App, die einen Sturz erkennt und selbstständig einen Notruf absetzen kann, wenn der Gestürzte dazu nicht mehr in der Lage ist. „Das wäre eigentlich unser Projekt für letztes Jahr gewesen, an dem wir dann eben noch ein Jahr länger gearbeitet haben“, erklärt Schweikert. Eine besondere Partnerschaft, denn Maria-Theresa besucht das Elisabeth-von-Thadden-Gymnasium in Heidelberg. „Sie haben sich aber für die Teilnahme am Wettbewerb in Rheinland-Pfalz entschieden“, freute sich Joachim Wünn als Projektleiter des Gastgebers. Und das Projekt des Jahres 2021 trug ganz eindeutig die Handschrift des Neustadters. „Kurz gesagt haben wir eine App entwickelt, die gängige Erkrankungen von Weinblättern erkennt“, erklärte er. Eine Funktion, die sich vor allem an Hobbywinzer richtet und mit der das Team am Ende den Landessieg in der Kategorie Mathematik/Informatik holte.
Landessieger aus der Pfalz
- Biologie: David Sauer mit Projekt „Dihydroxybenzene – eine neue Generation von Herbiziden?“ (Speyer)
- Mathematik/Informatik: Maria-Theresa Licka (Heidelberg) und Mario Schweikert mit Projekt „Vine Leaf Disease and AI“ (Neustadt).