Der Weintipp
Mehr Ösi geht nicht
Wer in den Wiener Heurigenwirtschaften oder sonstwo in Österreich einen „typischen Wein“ bestellt, erhält in aller Regel einen Grünen Veltliner. Die weiße Rebsorte ist für die Österreicher, was für die Deutschen der Riesling ist. Von den 46.000 Hektar Weinbergen des Alpenlandes sind fast ein Drittel, nämlich 14.500 Hektar mit Grünem Veltliner bepflanzt. Aber das ist nicht die einzige Parallele. Der Veltliner ist ebenso wie der Riesling eine hochwertige Rebsorte, die viele Möglichkeiten bietet. Sie kann herzhafte Alltagsweine und hochwertige Lagenweine erbringen. Auch ohne Holzausbau können trockene Veltliner, gute Qualität vorausgesetzt, jahrelang in der Flasche reifen. Und wie beim Riesling ist der Anbau weitgehend auf recht wenige Gebiete beschränkt. Außerhalb Österreichs findet man nur selten Veltlineranlagen, darunter übrigens vereinzelte in der Pfalz.
Interessante Ahnen
Aufgetaucht ist der Name erstmals im 18. Jahrhundert. DNA-Analysen haben festgestellt, dass es sich um eine Kreuzung von Traminer mit der fast verschwundenen Rebsorte „Sankt Georgener“ handelt. Der Veltliner ist vor allem in den nördlichen Anbaugebieten Österreichs zu finden, seltener in der Steiermark. Das kleine Kamptal gehört – zusammen mit der Wachau, dem Kremstal und dem Weinviertel – zu den Zentren des Veltlineranbaus. Hier dominieren Löß- und Lehmböden und geben den Weinen Würze und Alterungspotenzial. Vor allem das naturnah und nachhaltig arbeitende Weingut Bründlmayer hat die kleine Region über die Grenzen Österreichs hinaus mit exzellenten Qualitäten bekannt gemacht.
Ein Einsteiger
Willi Bründlmayers Einstiegs-Veltliner ist sehr sortentypisch: Im Duft besitzt er eine leicht ölige Veltlineraromatik, die oft an reife Birne, an weißen Pfeffer und an gekochte Kräuter erinnert. Im Mund zeigt der Wein eine geschmeidige, dennoch schlanke Art mit feiner Mineralität und guter Säure, die ihn anhaltend macht. Zur Brotzeit schmeckt er ebenso wie zu Pasta, Fisch oder Geflügel.