Hassloch / Böhl-Iggelheim Landwirt verärgert über unachtsame Fotografen

Wenn Wiesen zu Fotostopps werden, ist die Natur oft der Leidtragende.
Wenn Wiesen zu Fotostopps werden, ist die Natur oft der Leidtragende.

Blumenwiesen sind schön anzusehen. Vor allem jetzt im Frühjahr sind sie ein beliebtes Fotomotiv. Landwirte sind allerdings nicht immer amüsiert, wenn (Hobby-)Fotografen ihre Wiesen zertreten. So geht es einem Landwirt aus Haßloch.

In der Pfalz stehen zurzeit etliche Blumen in voller Pracht. Dass blühende Wiesen ein idyllisches Bild abgeben, ist eine Sache. Die Schönheit der Natur hat allerdings auch negative Auswirkungen: Sie lockt immer wieder Menschen an, die gerne schöne, bunte Fotos machen und dabei auch Grenzen überschreiten. Landwirt Gerd Schmitt kennt das Problem. Ihm gehört eine knapp ein Hektar große Wiese zwischen Haßloch und Böhl-Iggelheim, wo unter anderem Klatschmohn und Kamille wachsen. In den vergangenen Tagen wurde diese Wiese mehrmals von fotografierenden Menschen betreten. Die Leute würden sich nicht mit Fotos vom Rand begnügen, sagt Schmitt, sondern mitten durch die Wiese laufen und Trampelpfade zurücklassen.

Kein regionales Problem

„Der Sinn dieser Fläche ist eigentlich nicht der, dass die Leute dort hineingehen und Bilder machen“, sagt der Landwirt. Dort werde Naturschutz betrieben: Vögeln und anderen Tieren werde ein Rückzugsort geboten. Denn momentan sei Brut-und Setzzeit, sprich: Wild lebende Tiere bekommen Nachwuchs. Er mahnt deshalb zur Rücksicht. Die Tiere könnten durch die Leute aufgeschreckt werden. „Hinzu kommt, dass fremdes Eigentum betreten wird“, ergänzt Schmitt. Das Problem der unachtsamen Fotografen sei aber nicht nur in der Pfalz bekannt: „Ich höre immer wieder davon – auch dann, wenn ich mit Kollegen aus anderen Bundesländern spreche. Klar: In der Krisenzeit zieht es viele raus in die Natur, aber Natur genießen und Natur verbrauchen sind zwei Paar Schuhe.“

„Manche sind einsichtig, manche beratungsresistent“

Auch eine andere von Schmitts Flächen sei schon unerlaubt bereten worden, berichtet er. „Man kann ja gerne vom Rand aus Fotos machen, aber man muss doch nicht mit Hund, Kamera und Kinderwagen mitten ins Feld laufen.“ Immer wieder erwische er die Leute bei ihren Foto-Aktionen und weise sie auf ihr Vergehen hin: „Manche sind einsichtig, manche leider beratungsresistent“, stellt er fest. Es gebe sogar solche, die ihn dazu aufforderten, erst einmal zu beweisen, dass es sich überhaupt um sein Feld handele. Was ihn außerdem ärgere, seien die auf dem Feldweg parkenden Autos – ein zusätzliches Problem zu dem Zertreten der Blumen und dem Stören der Tiere. „Die Leute dürfen dort eigentlich gar nicht parken.“

Erst Acker, dann Blumenwiese

Kurt Przybilowicz aus Böhl-Iggelheim, der sich beim BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) engagiert und mit Gerd Schmitt befreundet ist, kennt die betreffende Wiese ebenfalls gut. Auch er spricht die (Hobby-)Fotografen immer mal wieder an. „Bei dem Feld handelt es sich um einen Acker, der mit Wildblumen-Saatgut zur Blühwiese gemacht wurde“, erklärt er. Die Wiese blühe bereits im zweiten Jahr und habe das Potenzial, in den nächsten Jahren noch weitere Blumenarten hervorzubringen. Rebhühner, Fasane, Hasen und Insekten hätten dort einen Rückzugsort.

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