Speyer
Kurzarbeit beim Caritasverband
Schon die erste „Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz“ habe die Schließung der Frühförderstellen sowie der Werkstätten für Menschen mit Behinderung verfügt, begründete Pressesprecherin Melanie Müller von Klingspor den eingereichten Antrag für Kurzarbeit. Sie gilt auch für die Beratungsdienste der acht Caritas-Zentren. Dort werde nur noch telefonisch und online beraten. Da gleichzeitig mit den Einschränkungen ein allgemeines Reise- und Versammlungsverbot verfügt worden sei, entfielen Konferenzen, Dienstreisen und Fortbildungen.
„Nachweisbarer Ausfall von Arbeitszeit“
„Da auch Gruppenangebote wie Sprachkurse für Migranten Ehrenamtsqualifikation oder Hebammenberatung ausfallen, führt das zu einem nachweisbaren Ausfall von Arbeitszeit“, so die Sprecherin. Auf der anderen Seite sei es möglich, dass Mitarbeiter auch in anderen Bereichen beispielsweise in den stationären Wohneinrichtungen eingesetzt werden könnten und somit nicht in Kurzarbeit gehen müssten. Deshalb könne man erst Ende des Monats Zahlen vorlegen.
Der Caritasverband stocke das Kurzarbeitergeld auf bis zu 80 Prozent des normalen Gehaltes auf, sagte Müller von Klingspor. Die Vereinbarungen gelten zunächst bis 31. Mai.
Keinen finanziellen Beitrag leisten Führungskräfte in den Kurzarbeiter-Zeiten. Es wäre ein falsches Signal, „ausgerechnet jetzt den Führungskräften unserer Einrichtungen, die überall ein hervorragendes Krisenmanagement leisten“, eine solche Belastung zuzumuten, erklärte Müller von Klingspor. Sie arbeiteten krisenbedingt eher mehr als weniger.
Diakonisches Werk ohne Kurzarbeit
Das Diakonische Werk Pfalz hat laut Pressesprecherin Eva Stern keine Kurzarbeit angemeldet – auch nicht in den Beratungsstellen, im Gegensatz zur Caritas. Die Beratung sei im Schichtbetrieb per Telefon und Internet organisiert. „Die Mitarbeiter haben viel zu tun.“ Sehr nachgefragt sei der Corona-Hilfsfonds, der aus Mitteln des Diakonischen Werkes, der pfälzischen Landeskirche und Spenden gefüllt wird. Damit werde Menschen unbürokratisch eine Soforthilfe gewährt, so Stern.
In Kurzarbeit sind 20 Mitarbeiter des Diakonie Zentrums Pirmasens. Sie arbeiten bei der Jugendhilfe Jona in der ambulanten Betreuung oder in den Tagesgruppen, die derzeit noch geschlossen sind. Auch im Ökumenischen Gemeinschaftswerk Pfalz gibt es in Teilbereichen Kurzarbeit.