Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel „Kilometer mit Meilen verwechselt“: Wie US-Soldatin einem Fahrverbot entgangen ist

Das Urteil zugunsten der Amerikanerin hat das Amtsgericht in Landstuhl gefällt.
Das Urteil zugunsten der Amerikanerin hat das Amtsgericht in Landstuhl gefällt.

Einer US-Soldatin aus Ramstein bleibt ein Fahrverbot erspart, weil sie sie bei einem Tempoverstoß angeblich Meilen mit Kilometern verwechselt hatte. Milde stimmten die Justiz in ihrem Fall aber auch Gründe, die deutsche Autofahrer ebenfalls anführen könnten.

Mit einer Geschwindigkeit von 128 Kilometern pro Stunde durch einen Tempo-80-Abschnitt der A6 bei Ramstein-Miesenbach (Kreis Kaiserslautern): Für diesen Verkehrsregelverstoß vor etwa einem Jahr hätte der US-Soldatin neben einem Bußgeld auch ein einmonatiges Fahrverbot in Deutschland gedroht. Aber so eine Zwangs-Autopause hat ihr das Amtsgericht in Landstuhl jetzt doch noch erspart.

Noch nicht lange in Deutschland

Milde hat sich die Justiz dabei gezeigt, weil sich die noch recht neu in Deutschland stationierte Soldatin angeblich vertan hatte: Sie beteuerte, beim Anblick des 80-Schilds zunächst in Meilen pro Stunde gedacht zu haben – was ein Tempo von knapp 130 Kilometern pro Stunde gestattet hätte. Als jederzeit anwendbare Universal-Ausrede für in Deutschland lebende US-Bürger taugt die Erklärung aber trotzdem nicht.

Denn ihrem Anwalt Alexander Gratz zufolge hat die Frau weitere Gründe bemüht, um dem Fahrverbot zu entkommen. Und die könnten auch Deutsche für sich in Anspruch nehmen. So brachte die Amerikanerin vor, dass ein akuter Allergie-Anfall ihre Aufmerksamkeit gemindert habe. Und dass sie beruflich auf den Führerschein angewiesen sei. Tatsächlich lässt sich die Justiz gerade durch dieses Argument häufiger umstimmen.

Richter entscheiden unterschiedlich

Allerdings lassen sich manche Richter allenfalls erweichen, wenn der Führerschein-Verlust auch Arbeitslosigkeit bedeuten würde. Andere hingegen sind schon großzügig, wenn für einen Betroffenen der Weg zur Arbeit mit Bus oder Bahn deutlich mühsamer würde als mit dem eigenen Auto. Außerdem müssen Delinquenten damit rechnen, dass sie dem Fahrverbot zumeist nur um den Preis einer höheren Geldbuße entkommen.

Die US-Soldatin aus Ramstein etwa muss jetzt 500 statt 320 Euro berappen.

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