Comics
Ist Entenhausen pfälzisch?
Zuerst war es nur ein Gerücht, doch inzwischen verdichten sich Hinweise darauf, dass die fiktive Stadt Entenhausen, bekannt aus den Donald-Duck-Comics, eine kurpfälzische Gemeinde zum Vorbild hat.
Angefangen hat alles mit der Gründung der Weltstadt an der Gumpe: Entenhausen, da sind sich die Duck-Forscher und Donaldisten relativ sicher, liegt an der Westküste Nordamerikas, irgendwo zwischen Mexiko und Kanada. Gegründet wurde Entenhausen von Emil Erpel.
Der verräterische Puritanerhut
Könnte der mythenbehaftete Emil Erpel Pfälzer gewesen sein? „Die Frage ist berechtigt und es liegt natürlich sehr nahe, dass die Vorfahren der Entenhausener aus der Pfalz kamen“, bestätigt die amtierende PräsidEnte Karsten Bracker von der Deutschen Organisation nichtkommerzieller Anhänger des lauteren Donaldismus (D.O.N.A.L.D.). Sie erforscht das Entenhausen, das vom Zeichner Carl Barks auf Tausenden Seiten bunter Bilder erfunden wurde.
Emil Erpel hat einen deutschsprachigen Namen und muss demnach deutscher Herkunft sein, so die Annahme. Seine Kleidung, insbesondere der Puritaner-Hut, weist auf eine frühe Auswanderung aus Deutschland nach Nordamerika hin. Damals verließen viele Angehörige religiöser Minderheiten Europa.
Die schwierige Quellenlage
Anfang des 18. Jahrhunderts herrschte ein wahres Auswanderungsfieber, nachdem Kriege und hohe Steuern die Menschen in Verarmung und Verelendung gestürzt hatten. Dem Tode von der Schippe springend, schifften sich über 8000 Pfälzer ein und überquerten den Großen Teich. Ob im fiktiven Enten-Universum unter diesen Flüchtlingen auch ein junger Emil Erpel gewesen sein mag, kann Karsten Bracker nicht direkt bestätigen und verweist auf die schwierige Quellenlage: „Was das Wahre ist, kann im Donaldismus herzlich diskutiert werden. Die Übersetzerin der Donald-Comics Erika Fuchs hat aus dem englischen Cornelius Coot den vermutlich deutschen Emil Erpel gemacht. Sie erschuf etwas Neues.“ Allerdings attestiert Bracker der Gründerente Emil, besonders ehrgeizig und stolz gewesen zu sein – gleich den pfälzischen Auswanderern der vergangenen Jahrhunderte.
Und noch eine Verbindung in die Pfalz
Doch damit nicht genug der Verbindungen in die Pfalz, wie im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ zuletzt zu lesen war. Denn auch die fiktive Figur des Dagobert, der milliardenschwere Enterich, beruht auf einem Kurpfälzer: Johan Jacob Astor aus Walldorf wanderte 1783 in die neuen Vereinigten Staaten aus und machte binnen einiger Jahrzehnte mit seinem weltumspannenden Pelzhandel ein bis dahin ungesehenes Vermögen. Er investierte später in Immobilien und Land im heutigen New York, wurde so weltberühmt. Nach ihm ist das bekannte Hotel Waldorf-Astoria benannt. So wurde er das Vorbild für viele fiktionale Figuren, wie der Figur, aus der sich später der Fantastilliardär Duck entwickeln sollte.
Auch die backenbärtige Ente Dagobert ist ein Selfmade-Milliardär, der seinen ärmlichen Anfängen in Schottland nur durch Goldsuche, Diamantenjagd und Handelsexpansion entkommen konnte. Zuletzt sei angemerkt, dass die Mundart Entenhausens auch Verbindungen in die Pfalz aufweist. Das Pfälzische Wörterbuch von 1965 führt bereits die lautmalerischen „Schwupp-Wörter“ auf, die schnelle Bewegungen beschreiben. Nach dem bekannten „Schwuppdiwupps“ fanden diese ihren elastischen Höhepunkt jedoch als „Schwuppdizität“ in der Entenwelt. Dort beschreibt sie die Beweglichkeit von Kunst- und Schaumstoff. Von Donald bis zu den drei Neffen Tick, Trick und Track – jede Generation schwuppt in der schwingenden Pfälzer Tradition.