Grünstadt / Neustadt
Gesundheitsamt will Corona-Tests für alle Mitarbeiter in Heimen
In rheinland-pfälzischen Pflegeeinrichtungen sind aktuell 23 Bewohner und 13 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert (Stand Dienstag 14 Uhr), wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage sagte. Mehr als 40.000 Menschen leben landesweit in solchen Einrichtungen. Das Gesundheitsamt des Landkreises Bad Dürkheim, wo drei Bewohner gestorben sind, will Tests für alle Mitarbeiter in den Heimen.
Debatte um Tests für alle
Drei Senioren sind bislang in Rheinland-Pfalz in Pflegeheimen an dem Virus verstorben – alle in der Pfalz: zwei Menschen im Altenheim in Grünstadt, das von der Azurit-Gruppe betrieben wird, sowie eine Person im GDA-Wohnstift in Neustadt. Nach Informationen der Kreisverwaltung Bad Dürkheim will das Gesundheitsamt in Neustadt aufgrund der Situation alle Mitarbeiter in den Heimen auf Cov-Sars-2 testen lassen. Nach Angaben der Kreisverwaltung lehne dies das Gesundheitsministerium in Mainz „mangels Kapazitäten“ jedoch ab.
Das Ministerium widersprach gestern Abend dieser Darstellung. „Insbesondere bei Auftreten eines Falles ist vorgesehen, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als enge Kontaktpersonen zu bestimmten Zeitpunkten während der Inkubationsphase getestet werden“, hieß es.
Laut Kreisverwaltung bezog sich das Ministerium bislang auf die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, wonach lediglich Mitarbeiter mit Covid-19-Symptomen einen Test machen sollen oder solche, die Kontakt zu einem Infizierten hatten.
Zwei Angestellte in Quarantäne
Im Altenheim in Grünstadt seien aktuell zwei Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden. Noch lägen aber nicht alle Ergebnisse vor, so die Kreisverwaltung weiter. Die beiden Angestellten seien jetzt in Quarantäne zu Hause. „Wenn jemand Symptome zeigt, bleibt derjenige auch zu Hause, auch wenn das Testergebnis noch nicht da sein sollte.“ Von den Bewohnern seien neun infiziert. Sie seien krank, aber in stabilem Zustand. Bislang bleiben sie im Heim. Über eine Verlegung ins Krankenhaus entscheide nicht das Gesundheitsamt, sondern die Angehörigen in Absprache mit dem behandelnden Arzt.
Essen vor die Tür gestellt
Generell gelte, dass alle Mitarbeiter Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe und Kittel tragen. Pflegekräfte auf einer Station mit Infizierten wechselten die Abteilung nicht. Im Neustadter Wohnstift wird rüstigen Bewohnern etwa das Essen vor die Tür gestellt, um den Kontakt so gering wie möglich zu halten.