Restaurant-Öffnungen
Genügend Platz für die Abstandsregeln?
Die Betriebe müssen die Kontaktdaten ihrer Gäste erfassen, auf Mindestabstände zwischen den Tischen achten, dafür sorgen, dass Besucher vor dem Betreten des Gastraumes ihre Hände desinfizieren und eine Maske tragen, die sie erst am Tisch ablegen dürfen. Trotz dieser Auflagen „sind 80 Prozent der Betriebe sehr angetan von diesem Regelwerk“, sagt Dehoga-Präsident Haumann, der mit Hunderten Gastronomen telefonierte. „Die übrigen sagen: Das ist zwar ok, aber für uns nicht zu leisten.“
Unterschied zwischen Stadt und Land
„Es wird eine Differenzierung zwischen Stadt und Land geben“, schätzt Haumann. In der Stadt dürften 70 Prozent der Betriebe eine Öffnung hinbekommen. Die übrigen Gastwirte hätten es aufgrund ihrer Räumlichkeiten schwerer, die Abstandsregeln so einzuhalten, dass der Betrieb noch wirtschaftlich sinnvoll zu führen ist. Auf dem Land dagegen dürften das sogar 90 Prozent der Wirte hinbekommen. Dort stehen oft Nebenräume zur Verfügung, die helfen, die Abstände einzuhalten, gibt es im Außenbereich Bewirtungsmöglichkeiten.
Dehoga-Präsident appelliert: Verhalten Sie sich diszipliniert
„Halten Sie sich bitte an die Regeln“, appelliert der Präsident an Gastronomen wie an Gäste. „Von der Disziplin derjenigen, die jetzt öffnen, und von ihren Besuchern hängt ab, wie schnell die übrigen Betriebe nachziehen können.“
Bei den Hütten im Pfälzerwald gibt es ein unterschiedliches Bild: Das Hilschberghaus des Pfälzerwald-Vereins (PWV) in Rodalben öffnet von diesem Mittwoch an, das Weinbiethaus des PWV Gimmeldingen folgt am Samstag und das Kalmithaus des PWV Mannheim-Ludwigshafen will am 23. Mai starten. Das Waldhaus Lambertskreuz bei Neidenfels will vorerst mal bei seinem Außer-Haus-Verkauf („Schorle-to-go“) bleiben. Die „Hohe List“ in der Südwestpfalz wartet ab, ob es weitere Lockerungen gibt: Das Haus wird von ehrenamtlichen Helfern betrieben, so Vereinsvorsitzender Stefan Mika. Deshalb stehe man nicht unter dem Druck, unbedingt öffnen zu müssen. Sofern die Ehrenamtler bereit sind, unter den dann geltenden Bedingungen loszulegen, werde eventuell Mitte Juni ein Probebetrieb beginnen.
Rahnenhof mit eigenem Konzept
Das Naturfreundehaus Rahnenhof bei Carlsberg (Kreis Bad Dürkheim) wird bereits von diesem Mittwoch an öffnen. Vor der Corona-Krise war das Haus auf Selbstbedienung eingestellt. Auch jetzt würde das Personal für einen Bedienservice am Tisch fehlen. Geschäftsführer Stephan Schenk hat deshalb mit dem Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Leiningerland ein Konzept vereinbart, das einerseits alle Hygiene-Auflagen einhält und andererseits den Möglichkeiten des Hauses Rechnung trägt.
Danach dürfen die Gäste das Gelände des Naturfreundehauses nur betreten, wenn sie Masken tragen, erläutert Schenk. Zunächst müssen ihre Kontaktdaten aufgenommen oder bei vorliegenden Reservierungen die Daten abgeglichen werden. Dann werden sie an den vorgesehenen Tisch begleitet. „Nur dort dürfen sie die Maske absetzen.“ Wer aufsteht, um sich etwas zu bestellen, muss wieder die Maske aufsetzen. Sollten sich Warteschlangen bei der Getränke- oder Essensbestellung bilden, muss der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden. Kalte Getränke können direkt an den Tisch mitgenommen werden. Sobald die bestellten Gerichte fertig zubereitet sind, werden die Gäste über „Funkdeckel“ per Licht- und Vibrationssignal darüber informiert. Das Abholen fertiger Gerichte durch den Gast muss wiederum mit Maske erfolgen. „Ein Anstellen ist dabei dann natürlich nicht notwendig“, sagt Schenk.