Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Abgas-Austritt bei der BASF: Weitere Gas-Fahnen möglich

Bis zu 300 Meter hoch stieg nach Angaben der Mannheimer Feuerwehr die Abgasfahne, die am Montagabend nach einer Betriebsstörung
Bis zu 300 Meter hoch stieg nach Angaben der Mannheimer Feuerwehr die Abgasfahne, die am Montagabend nach einer Betriebsstörung bei der BASF im Werksteil Nord ausgetreten war.

LUDWIGSHAFEN/NEUSTADT. Nach einer Betriebsstörung bei der BASF in Ludwigshafen sind nach Unternehmensangaben am Montagabend nitrose Gase freigeworden. Fachleute der Neustadter Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd stehen deshalb „in permanentem Kontakt mit der BASF“, teilte eine Behördensprecherin mit.

Eine weithin sichtbare braune Abgasfahne stieg am Montagabend nach etwa 20.20 Uhr über dem Werksteil Nord auf. Nach Angaben der Mannheimer Feuerwehr erstreckte sich die Fahne bis in eine Höhe von rund 300 Metern. Messungen hätten aufgrund der Höhenlage der Gase nicht durchgeführt werden können. Die Wolke habe sich in Richtung Lampertheim beziehungsweise Odenwald verflüchtigt.

„Beim direkten Einatmen giftig“

Ursache war eine Betriebsstörung, durch die nitrose Gase – also Stickoxide – über einen 50 bis 60 Meter hohen Kamin frei wurden, informierte ein BASF-Sprecher. „Beim direkten Einatmen sind sie giftig.“ Es handele sich dabei um ein Nebenprodukt, das auch bei jeder Verbrennung entstehe. Bei Messungen der BASF-Umweltmesswagen und der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen seien weder im Werk noch außerhalb erhöhte Werte festgestellt worden. „Deshalb geht die BASF davon aus, dass zu keiner Zeit eine Gefährdung für Mensch und Umwelt bestand“, so der Sprecher.

Gas-Austritt nach 45 Minuten gestoppt

Der Austritt der Gase habe innerhalb von 45 Minuten gestoppt werden können, informierte die BASF weiter. Bis Dienstag sei die Anlage „kontrolliert abgefahren“ worden. Dabei dürfte eine geringe Menge nitroser Gase freigesetzt worden sein. Bei diesem kontrollierten Prozess drohe allerdings keine Gefahr für Menschen. Die Ursachen der Betriebsstörung würden nun untersucht. Außerdem seien erste Vorbereitungen für die Reparatur der Anlage getroffen worden. Dabei könne es auch in den kommenden Tagen vereinzelt zum sichtbaren Austritt geringer Mengen nitroser Gase kommen.

SGD Süd in permanentem Kontakt mit dem Unternehmen

„Die Anlage ist, bis die Ursache des Austritts gefunden und behoben ist, nicht in Betrieb“, sagte am Dienstagabend auf Anfrage eine Sprecherin der SGD Süd. Die BASF habe mitgeteilt, dass sich die Anlage aktuell in einem sicheren Betriebszustand befinde. Nach derzeitigem Kenntnisstand habe es keine Verletzten gegeben. Der Umstand, dass die nitrosen Gase aus einem sehr hohen Kamin ausgetreten sind, habe nach der momentan bekannten Sachlage dazu geführt, dass keine akute Gefährdung gegeben war. Die BASF werde in den kommenden Tagen weiterhin vorsorglich kontinuierliche Messungen unter Berücksichtigung der Windrichtung vornehmen.

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